Hamburg

Wirtschaft wehrt sich gegen Pläne zur Verkehrsberuhigung

So wie hier an der Gneisenaustraße Ecke Eppendorfer Weg sieht es in vielen Wohnvierteln Hamburgs aus: alles voller Autos (Archivbild).

So wie hier an der Gneisenaustraße Ecke Eppendorfer Weg sieht es in vielen Wohnvierteln Hamburgs aus: alles voller Autos (Archivbild).

Foto: Michael Rauhe / HA

Bündnis fordert Lade- und Arbeitszonen sowie Serviceparkplätze, die dem Wirtschaftsverkehr vorbehalten sind.

Hamburg.  Der Termin war gut gewählt. Zeitgleich zum Beginn der Sondierungsgespräche zwischen SPD und Grünen in Hamburg gab die Wirtschaft den Zusammenschluss zu einem Bündnis bekannt, mit dem sie sich gegen eine geplante Reduzierung des Verkehrs in der Innenstadt wehrt, bei der die Bedürfnisse des Wirtschafts- und Lieferverkehrs außer Acht gelassen werde.

Um ihrem Ansinnen Nachdruck zu verleihen, haben der Groß- und Außenhandelsverband AGA, die Handwerkskammer Hamburg und sechs weitere Unternehmensverbände wie die Fachvereinigung der Umzugslogistiker, der Bundesverband des Versandhandels und der deutsche Getränkefachgroßhandel mehrere Forderungen an den künftigen Hamburger Senat formuliert.

Bündnis fordert digitale Verkehrs- und Parkinformationen

„Wirtschaftsverkehre werden immer mehr aus Städten hinausgetrieben, dabei sind sie doch nicht nur ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft, sondern für die Lebensqualität der Menschen in den Städten“, sagte Handwerkskammerpräsident Hjalmar Stemmann. „Gewerbetreibende und Dienstleister müssen ihre Kunden in Hamburg weiter ansteuern können.“ Das gelte auch für die geplante Ausweitung von Anwohnerparkzonen in den Bezirken, wie aktuell im Grindelviertel und am Flughafen.

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Dem Bündnis zufolge benötigt Hamburgs Innenstadt Lade- und Arbeitszonen sowie Serviceparkplätze, die dem Wirtschaftsverkehr vorbehalten sind. Zudem fordert das Bündnis digitale Verkehrs- und Parkinformationen, die den Suchverkehr nach Parkplätzen reduzieren. Auch eine zeitliche Einschränkung der Verkehrsberuhigung hält das Bündnis für nicht sinnvoll. „Reparaturen, Umzüge und wichtige Lieferdienste müssen auch außerhalb der allgemeinen Lieferzeiten möglich sein“, sagte der Präsident des AGA-Unternehmensverbands, Hans Fabian Kruse. Er verwies darauf, dass beispielsweise Apotheken zu jeder Zeit Nachschub benötigten.