Lebensmitteleinzelhandel

Merkel lädt Aldi- und Lidl-Chefs wegen Niedrigpreisen ein

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ALDI vs. LIDL: Dieser Discounter ist wirklich besser – unser Test

ALDI vs. LIDL- Dieser Discounter ist wirklich besser – unser Test

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Immer wieder stehen die niedrigen Preise bei Aldi, Lidl, Edeka und Rewe in der Kritik. Nun erreicht das Thema die Bundeskanzlerin.

Berlin. Die Chefs der größten Discounter und Supermärkte in Deutschland sollen Medienberichten zufolge im Kanzleramt zu einer Art Rapport antreten – so zumindest klingen gleichlautende Medienberichte zu dem kommenden Termin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe demnach die Chefs der Ketten Aldi, Lidl, Rewe und Edeka ins Kanzleramt eingeladen.

Wie die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet, soll es bei dem Gespräch vor allem um die niedrigen Preise der großen Lebensmitteleinzelhändler gehen. Bei dem Gespräch sollen ebenfalls Ernährungs- und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Vertreter der Handelsverbände HDE und BVLH anwesend sein.

Hauptthema sollen die niedrigen Preise für Lebensmittel sein. Unklar scheint, ob es dabei auch um so genannte Dumpingpreise gehen wird. Beim Dumping werden Produkte beispielsweise unter den Herstellungs- oder Einkaufskosten verkauft. Dadurch können Händler die Preise der Konkurrenz deutlich unterbieten oder aber zeitweise auch Produzenten unter Druck setzen und anzeigen, dass niedrige Preise am Markt bestehen.

Aldi, Lidl, Rewe und Edeka ins Kanzleramt eingeladen: Zuletzt gab es Kritik an Preisen

Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ hätten die Supermarktketten den Termin bestätigt. Einige Discounter hätten sich jedoch gegen die Darstellung gewehrt, dass es hauptsächlich um Dumpingpreise gehe.

Zuletzt hatten Bauern immer wieder über zu niedrige Preise für Lebensmittel geklagt. Julia Klöckner stand dabei oft im Kreuzfeuer und versuchte zwischen Bauern und Einzelhandel zu vermitteln. Deutlicher wurde ihr Kollege, Gerd Müller (CDU). Der Entwicklungsminister attackierte Aldi und Co. wegen Preisen und nannte diese „superdreist“.Müller sagte sogar bei „Maischberger“, dass billiger Kaffee im Einzelhandel zur Versklavung von Bauern führen würde. Lidl und Co. hatten jedoch erklärt, faire Löhne für Bauern ermöglichen zu wollen.

Unterschiedliche Vorstellung von Preisen hatten zuletzt zu Streitigkeiten zwischen Produzenten und Händlern geführt: Warum Coca-Cola nicht mehr in allen Märkten von Edeka und Netto zu bekommen ist.(ac)

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