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"Facebook Dating" kommt jetzt auch nach Deutschland

Die wichtigsten Tipps fürs Online-Dating

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Facebook eifert Tinder nach: Doch in Deutschland wird das Netzwerk seine Dating-Funktion vorerst nicht starten. Was dahinter steckt.

Berlin. Schlechte Nachrichten für alle Fans der digitalen Partnersuche: Facebook hat den Start seiner Dating-Funktion in Deutschland und Europa auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Grund: Die irische Datenschutzbehörde hat Einspruch erhoben.

Die Datenschützer erklärten, das Online-Netzwerk habe sie erst Anfang des Monats über Pläne informiert, die Flirt-Plattform „Facebook Dating“ am 13. Februar nach Europa zu bringen. Deshalb habe die Behörde am vergangenen Montag eine „Inspektion“ bei Facebook in Dublin durchgeführt und Unterlagen eingesammelt.

„Facebook Dating“ – Datenschützer erheben Einspruch

Facebook teilte dazu am Mittwoch mit, man habe an starken Datenschutz-Maßnahmen für die Funktion sowie der Einschätzung zur Datenerhebung gearbeitet und diese nach Aufforderung mit der irischen Behörde geteilt. Tags zuvor hatte Facebook lediglich erklärt, man nehme sich „noch etwas mehr Zeit, um das Produkt für Europa vorzubereiten“ – ohne dabei die Kontroverse mit den Datenschützern zu erwähnen.

Die irische Datenschutzbehörde ist in der Europäischen Union federführend für Facebook zuständig, weil Facebook in Dublin seinen Europa-Sitz hat.

Wann ist die Flirt-Funktion in Deutschland nutzbar?

Bei Facebooks Flirt-Funktion können Nutzer im Alter über 18 Jahren ein separates Dating-Profil anlegen. Facebook schlägt dann potenzielle Partner vor – auf Grundlage seines Wissens über Interessen und Aktivitäten der Nutzer.

Zahlreichen Nutzern wurde im Januar im Newsfeed des Netzwerkes ein Hinweis auf den Dienst angezeigt, der dann zu einer Hilfe-Seite führte. Doch nun bleibt vorerst offen, wann genau der Dienst in Deutschland verfügbar sein wird.

US-Nutzer können seit September bei Facebook flirten

In den USA ist die Funktion bereits seit September 2019 verfügbar. Mit seinen Milliarden Nutzern weltweit könnte Facebook anderen Dating-Portalen wie Tinder, OkCupid, Bumble und Lovoo ernsthafte Sorgen bereiten.

Konzernchef Mark Zuckerberg hatte die Funktion bereits im Mai 2018 angekündigt – mitten im größten Datenschutzskandal der Firmengeschichte. Der Facebook-Dienst solle dabei helfen, langfristige Beziehungen aufzubauen und nicht vorrangig One-Night-Stands, sagte der Konzernchef mit Blick auf Tinder.

„Facebook Dating“ soll zu langfristigen Beziehungen führen

Für das Flirten auf Facebook soll es eine gesonderte Startseite geben, die über ein Herz in der Schaltseite erreicht werden kann. Auf der Dating-Seite sollen dann Partner gefunden werden, die zu den eigenen Interessen und Vorlieben passen. Dazu sollen Nutzern etwa Veranstaltungen und Gruppen vorgeschlagen werden, wo sie potenzielle Partner finden könnten.

Facebook soll dem Nutzer auch Personen vorschlagen können, die zu seinen Vorlieben passen. Bei der Auswahl wird nicht wie bei Tinder nach links oder rechts gewischt, um Ablehnung oder Zustimmung zu signalisieren, sondern es sollen Likes verteilt werden. Personen, mit denen der Suchende auf Facebook befreundet ist, sollen nicht vorgeschlagen werden.

Anders als bei vielen anderen Dating-Plattformen können Nutzer Nachrichten verschicken, ohne sich zuvor mit dem Adressaten verknüpft zu haben – wie zum Beispiel beim Tinder-Match. Bilder, Videos oder Links können jedoch nicht versendet werden. Unpassende Partnervorschläge können aus der Liste gelöscht werden.

Wie „Facebook Dating“ auf das Smartphone kommt:

  • Für die Funktion muss keine neue App heruntergeladen werden
  • Mit dem neuen Update wird die Funktion automatisch in die bestehende App integriert
  • Für die Funktion wird ein zweites Profil angelegt, das mit dem ersten verknüpft ist
  • Der Dienst soll zunächst kostenlos sein

Spezielle Funktion der Dating-App: „Secret Crush“

Mit einer speziellen Funktion können auch geheime Schwärmereien zu einem gemeinsamen Treffen führen. Dank des „Secret Crush“ kann der Nutzer bis zu neun Facebook-Freunde oder Personen, denen er auf Instagram folgt, auf eine Liste setzen. Die Auserwählten erfahren von ihrem Platz auf der Liste erst etwas, wenn sie die jeweilige Person selbst auf ihre Liebes-Liste setzen.

• Interview: Macht Online-Dating unser Beziehungsleben kaputt?

„Facebook Dating“ und andere Dating-Apps – Mehr Informationen:

Bei „Facebook-Dating“ soll der Schutz von Daten und der Privatsphäre angeblich oberste Priorität haben. Viele Dating-Apps schneiden beim Thema Datenschutz allerdings schlecht ab. Im Juli 2019 war bekannt geworden, dass Scientology offenbar Datingplattformen im Internet nutzt, um neue Mitglieder zu gewinnen.

In den USA ist Online-Dating ein so großer Markt, dass es sogar professionelle Agenturen gibt, die die Online-Dating-Profile von Nutzern verwalten. Von der Suche nach interessanten Kandidaten bis zum Vereinbaren des ersten Dates übernehmen die Ghostwriter alles. (msb/max)