Luftfahrt

Flugzeugbauer Airbus erreicht neue Bestmarke

Guillaume Faury steht in der vierten Endmontagelinie für den A320 in Hamburg. Der Franzose ist seit April 2019 Vorstandschef von Airbus.

Guillaume Faury steht in der vierten Endmontagelinie für den A320 in Hamburg. Der Franzose ist seit April 2019 Vorstandschef von Airbus.

Foto: Michael Rauhe / HA

Im 17. Jahr in Folge steigerte der Konzern seine Produktion – dieses Mal deutlich. Doch das Hamburger Werk sorgte für Verzögerungen.

Hamburg. Das Verkünden von Bestmarken gehört für Airbus zum Jahresanfang dazu. Das 17. Jahr in Folge steigerte der Flugzeugbauer die Produktion. 2019 seien 863 Maschinen an 99 Kunden ausgeliefert worden, teilte der MDAX-Konzern am Freitag nach Börsenschluss mit. Im Vorjahr waren es exakt 800 Verkehrsflugzeuge – ein Plus von acht Prozent.

Damit sind die Europäer auch wieder größter Flugzeugbauer der Welt, weil Boeing wegen der 737 Max-Probleme hunderte Flugzeuge nicht ausliefern konnte. Auch bei den Nettobestellungen gab es mit 768 eine Steigerung zu den 747 aus dem Vorjahr. Der Auftragsbestand liegt nun bei 7482 Flugzeugen.

Airbus liefert 642 Maschinen von der A320-Familie aus

Vorstandschef Guillaume Faury sagte, er sei glücklich über die Auftragseingänge und die Auslieferungszahlen und dankte den Kunden für ihre Loyalität sowie den Mitarbeitern und den Industriepartnern, die dies ermöglicht hätten. Im einzelnen lieferte Airbus folgende Maschinen aus: achtmal den A380, 122-mal den A350, 53-mal A330, 48-mal den A220 – und 642 Exemplare aus der A320-Familie.

Die Flugzeugreihe macht fast schon traditionell den Löwenanteil der Maschinen aus. Mehr als die Hälfte von ihnen dürften in Hamburg zusammengebaut und ausgeliefert worden sein. Das Werk auf Finkenwerder mit seinen 14.700 Beschäftigten ist das Kompetenzzentrum für das Kurz- und Mittelstreckenflugzeug, das künftig immer häufiger auch auf der Langstrecke eingesetzt werden soll. Die mit Zusatztanks ausgestatteten langen Versionen A321LR und A321XLR haben schon Hunderte Bestellungen eingeheimst – allerdings sorgten sie im abgelaufenen Jahr auch für Probleme.

Hamburger Werk sorgte für Verzögerungen

Diese Maschinen werden nach dem neuen Layoutkonzept All Cabin Flex gefertigt. Die Fertigung der flexiblen, für Langstrecken geeigneten und anspruchsvolleren Kabine ist aber sehr viel zeitaufwendiger als die einer herkömmlichen.

Da die mit 44,51 Meter längste Maschine der A320-Familie fast nur in Hamburg gefertigt wird, wurde insbesondere das Werk auf Finkenwerder für entstandene Verzögerungen verantwortlich gemacht. Ende Oktober wurde deswegen das ursprüngliche Auslieferungsziel von 880 bis 890 Maschinen auf 860 gesenkt – und nun leicht übertroffen.

Airbus will zunehmend in den USA produzieren

Zukünftig sollen in den USA mehr Flugzeuge der A320-Familie endmontiert werden. Das US-Werk in Mobile (Alabama) ist neben Hamburg der einzige Standort, an dem A321 zusammengeschraubt werden – wenn auch bisher nur wenige Stück. Die Rate dort soll nun von fünf auf sieben Maschinen im Monat steigen.

Das ist Teil des Produktionshochlaufs auf konzernweit 63 Maschinen pro Monat im Jahr 2021. Die Bausätze für Mobile werden in Hamburg gepackt, per Schiff nach Frankreich und von dort weiter über den Atlantik transportiert. Die Steigerung der Rate in Mobile stärke daher auch den Standort Hamburg, sagte ein Airbus-Sprecher.