Hamburg

In Hamburg werden Büros knapp – Miete steigt um 12 Prozent

Eine Immobilienwerbung für Büroflächen hängt an der Fassade eines Gebäudekomplexes in der Hafencity.

Eine Immobilienwerbung für Büroflächen hängt an der Fassade eines Gebäudekomplexes in der Hafencity.

Foto: dpa

2019 wurden nur noch 545.000 Quadratmeter neu vermietet. Unternehmen rangeln um die wenigen noch freien Flächen in der Stadt.

Hamburg.  Die Neuvermietung von Büroflächen in Hamburg gerät ins Stocken. Bereits im dritten Jahr in Folge ist der Umfang der vermieteten Fläche gesunken. Nach Zahlen des Hamburger Maklers Grossmann & Berger wurden im vergangenen Jahr 545.000 Quadratmeter Büroräume neu vermietet. Das war ein Rückgang von acht Prozent gegenüber 2018. 2017 wurden noch 640.000 Qua­dratmeter vermietet. Für dieses Jahr erwartet der Makler Angermann einen Gesamtjahresumsatz von mehr als 500.000 Quadratmetern.

Den Rückgang begründet Angermann mit dem Mangel an Büroflächen. „Wenn sie könnten, wie sie wollten, hätten Hamburgs Büromieter 2019 deutlich mehr Büroflächen angemietet. Leider steht der ungebrochen hohen Anzahl an Anmietungswünschen ein immer geringer werdendes Büroflächenangebot entgegen“, sagt Dennis Riepenhausen, Direktor bei der Angermann Real Estate Advisory AG. Einzelanmietungen von mehr als 10.000 Quadratmetern gab es in der zweiten Jahreshälfte gar nicht. Größter Abschluss im vierten Quartal war das neue Firmenquartier des Hamburger Ökostromanbieters Lichtblick. Er mietete im noch zu errichtenden Büroprojekt Connexion am Klostertor rund 8000 Quadratmeter an.

Leerstand um 16 Prozent verringert

Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Leerstand im Bürosektor um etwa 16 Prozent auf rund 400.000 Quadratmeter verringert, berichtet Grossmann & Berger. Die Leerstandsquote liegt nur noch bei 2,9 Prozent. „Gekoppelt mit den stark gestiegenen Grundstücks- und Baukosten hat der geringe Leerstand im vergangenen Jahr zu einem signifikanten Plus bei den Büromieten geführt“, sagt Andreas Rehberg, Geschäftsführer von Grossmann & Berger. Die Durchschnittsmiete kletterte um zwölf Prozent auf 17,70 Euro je Quadratmeter (kalt). Die Spitzenmiete für Büros stieg auf 29,50 Euro.

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Da fast drei Viertel der Flächen bereits vorab vermietet sind, wird die Fertigstellung neuer Bürohäuser in diesem und dem nächsten Jahr nicht entlasten. Daher werden die Büromieten weiter steigen, erwartet Rehberg. „Bei Gesuchen von 1000 oder 2000 Quadratmetern konkurrieren mittlerweile drei bis vier Unternehmen um ein und dieselbe Fläche“, sagt er.

Die größten Neuanmietungen in der Hansestadt gab es im vergangenen Jahr durch die Hamburger Unternehmen Otto, New Work (ehemals Xing) und Vattenfall, die zusammen fast 80.000 Qua­dratmeter Bürofläche anmieteten. Die neue Firmenzentrale von Otto (40.000 Quadratmeter) entsteht bis Sommer 2022 in Bramfeld.