Verbraucherzentrale Hamburg

Rama bis Milka – Mogelpackung des Jahres gesucht

Welches dieser fünf Produkte wird die Mogelpackung des Jahres 2019?

Welches dieser fünf Produkte wird die Mogelpackung des Jahres 2019?

Foto: Verbraucher-Zentrale Hamburg / Verbraucherzentrale Hamburg

Die Verbraucherzentrale Hamburg sucht die dreisteste Verbrauchertäuschung. Wir zeigen, wer den Negativpreis erhalten könnte.

Hamburg. Es macht Mühe, aber es lohnt sich, das Kleingedruckte auf Lebensmittelverpackungen zu lesen. In der Regel findet man nur so Hinweise zum Inhalt von Produkten, etwa wenn Hersteller die Füllmengen verringern. Ein Ärgernis, dem die Verbraucherzentrale in Hamburg den Kampf angesagt hat. Zum sechsten Mal sucht sie die Mogelpackung des Jahres.

Ab sofort und noch bis zum 20. Januar können Verbraucher im Internet unter umfrage.vzhh.de abstimmen, welches Unternehmen mit dem Negativpreis ausgezeichnet werden soll.

Mogelpackung – 2500 Beschwerden über Produkte in Hamburg

„Mogelpackungen sind versteckte Preiserhöhungen und leider gang und gäbe in deutschen Supermarkten. Verbraucher werden mit dieser Masche ausgetrickst“, sagt Armin Valet, Lebensmittelexperte bei der Hamburger Verbraucherzentrale. Pflichtangaben zum Inhalt seien oft nur im Kleingedruckten auf der Rückseite der Verpackung zu finden. Freiwillige Angaben zu verringerten Inhaltsmengen suche man vergebens.

Valet kritisiert auch den Handel, der die Preise festlege und so bei den Preiserhöhungen kräftig mitmische. „Eine Win-Win-Situation für Händler und Hersteller auf Kosten der Verbraucher“, nennt er das. Zudem entstünde durch den schrumpfenden Inhalt mehr Verpackungsmüll.

2500 Beschwerden über Produkte gingen 2019 bei der Verbraucherzentrale ein – 500 mehr als im Jahr zuvor. Daraus nominierten die Verbraucherschützer die fünf Anwärter für die Mogelpackung des Jahres 2019.

Diese fünf Produkte können „Mogelpackung des Jahres 2019“ werden:

  1. Die neue Margarine Rama Unser Meisterstück von Upfield wird im kleineren Becher mit 350 statt 500 Gramm verkauft und ist dadurch bei gleichem Preis bis zu 43 Prozent teurer als andere Aufstriche von Rama. Auch scheint die Rezeptur der Margarine gar nicht so meisterhaft neu zu sein wie vom Hersteller versprochen.
  2. Die 2019 eingeführte Schokolade Milka Darkmilk von Mondelez ist nur 85 Gramm schwer, sieht aber aus wie eine Standardtafel mit 100 Gramm. Weil sie nicht weniger kostet, ist die Darkmilk Schokolade bis zu 18 Prozent teurer als viele andere Milka-Schokoladen. Die Angabe zur Füllmenge ist gut versteckt auf der Rückseite der Verpackung.
  3. Beim Nudelgericht Mirácoli von Mars ist der Käse aus der Packung verschwunden. Doch damit nicht genug, der Hersteller füllt auch noch einen Klecks Tomatensauce sowie eine Prise Würzmischung weniger ab. Verkauft wird das Produkt aber zum alten Preis.
  4. Kellogg hat die Füllmenge seiner Frosties-Frühstücksflocken von 375 auf 330 Gramm reduziert. Bei gleichbleibendem Verkaufspreis entspricht das einer versteckten Preiserhöhung von 14 Prozent. Auch andere Cerealien-Produkte sind davon betroffen. Die Größe der Kartons hat sich nicht verändert, so dass nun noch mehr Luft in den übergroßen Umverpackungen steckt.
  5. Der Inhalt des Bio Direktsaft Karotte von Hipp in der Einwegglasflasche schrumpfte von 500 auf 330 Milliliter. Darüber hinaus stieg der Verkaufspreis für das Getränk im Handel zusätzlich an. Unterm Strich führte diese „doppelte Preiserhöhung“ zu einem drastischen Preisanstieg von bis zu 115 Prozent.

Auch diese Produkte wurden Mogelpackung des Jahres

Die Verbraucherzentrale kürt monatlich auch die Mogelpackung des Monats. Im Dezember hatte eine versteckte Preiserhöhung bei Aldi Nord angeprangert. Es geht um die Luftschokolade Chateau Pur, die in Choceur Smoove umbenannt wurde. Die Zutatenliste bleibt laut Verbraucherzentrale unverändert. Dafür schrumpfte der Inhalt von 120 auf 90 Gramm. Der neue Preis (59 Cent) scheint günstiger als der für das alte Produkt (69 Cent). Nur wer den Grundpreis im Blick hat, bemerkt die versteckte Preiserhöhung von 14 Prozent.

In den Vorjahren erhielten den Negativpreis des Jahres folgende Produkte:

  • Chipsletten von Lorenz (2018)
  • Vitalis Früchtemüsli von Dr. Oetker (2017)
  • Evian Wasser von Danone Waters (2016)
  • Bebe Zartcreme von Johnson & Johnson (2015)
  • Pampers Windeln von Procter & Gamble (2014).