Kreuzfahrtreederei

Zweite Reise abgesagt: „Aidamira“ unterwegs nach Südafrika

Schon getauft, aber noch nicht fertiggestellt: die „Aidamira“.

Schon getauft, aber noch nicht fertiggestellt: die „Aidamira“.

Foto: Andrea Warnecke / dpa

Umbau des Pannenschiffs nicht fertig. Passagiere beklagen defekte Duschen und herumliegende Müllsäcke. Reisen abgesagt.

Hamburg.  Für Deutschlands größte Kreuzfahrtreederei Aida Cruises ent­wickelt sich der Saisonstart der neuen „Aidamira“ langsam zu einem Desaster. 50 Millionen Euro hat das Unternehmen in den Umbau der alten „Costa neoRi­viera“ zu einem gehobenen Kreuzfahrtschiff der Selection-Flotte investiert. 1000 Gäste kamen am 30. November zu einer prachtvollen Taufgala nach Palma de Mallorca – inklusive Model Franziska Knuppe als Taufpatin und Johannes Oerding zur musikalischen Untermalung.

Doch anstatt „Leinen los“, hieß es „Jungfernfahrt abgesagt“. Der Kapitän teilte mit, dass das Kreuzfahrtschiff den Hafen von Palma de Mallorca nicht wie geplant zu einem viertägigen Kurztrip in Richtung Frankreich verlassen werde. Absage buchstäblich in letzter Minute.

Umbauarbeiten an der "Aidamira" nicht fertig

Der Grund ist relativ einfach: Die Umbauarbeiten sind nicht fertig geworden. An Deck fehlte noch ein Teil des neuen Farbanstrichs, Türen klemmten, Passagiere beklagten defekte Duschen und herumliegende Müllsäcke. Es sei nur eine Sache von wenigen Tagen, behauptete Aida-Kommunikationschef Hansjörg Kunze.

„Aida Mira“: Darum wurde die Jungfernfahrt wieder abgesagt
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Doch jetzt stellt sich heraus: So schnell wie gewünscht sind die Mängel dann doch nicht behoben. Denn inzwischen ist auch die zweite Reise abgesagt: Die „Aidamira“ wird nun zwar wie geplant nach Südafrika überführt. Doch an Bord sind keine gebuchten Gäste, sondern Arbeiter. Die Probleme sollen massiver sein als gedacht. Auf dem Weg dorthin soll das Schiff auf Vordermann gebracht werden, sagte der Sprecher der Kreuzfahrtreederei Aida Cruises, Hansjörg Kunze, am Donnerstag. Insbesondere die Defizite in der Wasserver- und -entsorgung, der Schiffselektrik und Klimatechnik müssten ausgeglichen werden. „Das wird jetzt Schritt für Schritt getan.“

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„Um unseren hohen Qualitätsansprüchen in jeder Hinsicht gerecht zu werden, benötigen wir mehr Zeit, um unseren Gästen ,Aidamira‘ in ihrer vollen Produktvielfalt zum Start der Premierensaison in Südafrika zu präsentieren. Daher haben wir uns entschieden, die Reise abzusagen und die Zeit zu nutzen, um alle noch offenen Arbeiten abzuschließen“, teilte Aida Cruises in einem vorgefertigten Statement mit. Die Gäste würden persönlich darüber informiert und ihnen würden alternative Reiseangebote unterbreitet.

"Aidamira" – Wetter erschwerte den Umbau

Die Schuld gibt Aida der schlechten Witterung mit Starkregen, welche die Arbeiten auf der Werft in Genua verzögert haben soll. Es ist nicht das erste Mal, dass Aida die Jungfernfahrt eines ihrer Schiffe absagen muss. Die „Aidanova“ wurde wegen eines Brandes auf der Werft erst 19 Tage verspätet in Dienst gestellt. Bei der „Aidaprima“ dauert die Verzögerung ein halbes Jahr.

Ein Aida-Sprecher ging nicht davon aus, dass durch die Probleme der „Aidamira“ ein dauerhafter Imageschaden für Aida Cruises eintreten werde. Auf die Angebote an die betroffenen Passagiere zu Alternativreisen sei meist positiv regiert worden. Die 13 anderen Schiffe der Flotte seien mit Tausenden Gästen unterwegs. „Wir erhalten viel Zuspruch von unseren Gästen.“ Die Enttäuschungen würden eher kurzfristig sein. „Es hängt davon ab, wie wir mit der Situation umgehen. Dafür tun wir jetzt alles.“