Milliarden-Deal

Großaufträge für Airbus – was das A380-Aus damit zu tun hat

Ein A350 von Airbus im Emirates-Design. 50 Stück davon bestellt die arabische Fluglinie nun bei den Europäern.

Ein A350 von Airbus im Emirates-Design. 50 Stück davon bestellt die arabische Fluglinie nun bei den Europäern.

Foto: Airbus S.A.S. 2019

Emirates bestellt Dutzende A350. Air Arabia ordert noch mehr A320-Maschinen, die zu gut der Hälfte in Hamburg endmontiert werden.

Hamburg. Die Dubai Airshow gehört zu den großen Luftfahrtmessen der Welt. Traditionell gibt es auf der Schau Großaufträge. Am Montag vermeldete Airbus gleich den Abschluss von zwei Milliarden-Verträgen. Emirates orderte 50 Großraumjets vom Typ A350 – der Auftrag hat allerdings eine gewichtige Vorgeschichte. Kurz darauf vermeldete der europäische Flugzeugbauer, dass Air Arabia 120 Maschinen der A320-Familie kauft – gut die Hälfte dieser Maschinen stammen im Schnitt aus Hamburg.

Man habe verschiedene Flugzeugoptionen für die Flotte durchgespielt, sagte Scheich Ahmed bin Saeed al-Maktoum, Verwaltungsratschef von Emirates: „Es ist die langjährige Strategie von Emirates, in moderne und effiziente Flugzeuge zu investieren und wir sind von der Leistung des A350 überzeugt.“ Der moderne Großraumjet von Airbus soll eine Ergänzung sein zu den eingesetzten A380 und Boeings 777.

Offiziell spricht Emirates von einem 16-Milliarden-Dollar-Vertrag. Dabei dürfte es sich aber um eine theoretische Rechnung nach Listenpreisen handeln. In der Branche sind hohe Rabatte üblich. Tatsächlich dürfte die Kaufsumme im hohen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich liegen. Airbus-Vorstandschef Guillaume Faury sagte: „Das starke Vertrauensvotum von Emirates in unser neuestes Großraumflugzeug ehrt uns und hebt unsere Partnerschaft auf das nächste Level.“

Wie die A350-Bestellung mit dem A380-Aus zusammenhängt

Beide Unternehmen hatten in den vergangenen Jahren ein Problem zu lösen – den A380. Airbus drängte auf eine neue Order. Emirates ließ eine Pressekonferenz dazu kurz vor Beginn platzen. Anfang 2018 bestellte die arabische Airline dann doch 20 A380. Damit wurde die drohende Einstellung des Flugzeugprogramms verhindert. In diesem Februar wurde die Bestellung allerdings storniert. Emirates als größter Betreiber des A380 und Airbus kamen überein, die Fertigung des größten Passagierflugzeugs der Welt 2021 auslaufen zu lassen.

Im Gegenzug wurde ein Vorvertrag über 30 A350 und 40 A330neo abgeschlossen. Die neue Vereinbarung ersetze diesen Vorvertrag, teilte Emirates am Montag mit. Die Bestellung für den A350 wurde also aufgestockt, von einer Order für den A330neo ist keine Rede mehr. Dennoch spreche die Fluglinie weiterhin mit Airbus über den Kauf von A330neo-Maschinen, heißt es in der Branche.

Die Billigfluggesellschaft Air Arabia verpflichtete sich zum Kauf von 120 Flugzeugen der A320neo-Familie. 20 dieser Maschinen sollen als A321XLR mit extralanger Reichweite geliefert werden, die auch auf der Langstrecke eingesetzt werden können. Air-Arabia-Chef Adel Al Ali sagte, dass der Kauf dieser Maschinen eine Ergänzung zur existierenden Flotte sei und die Expansion zu neuen und weiter entfernten Zielen ermögliche. Auch dieser Auftrag dürfte inklusive Rabatt ein Volumen im hohen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich haben.

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Westhagemann gratuliert Airbus

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) nahm Bezug auf das am Montag ebenfalls unterzeichnete Bündnis für die Industrie und zeigte sich hocherfreut: "Besser hätte es nicht laufen können", sagte der Politiker. Erst sei das Bündnis für die Industrie der Zukunft unterzeichnet worden. "Die Tinte war noch nicht trocken, da kam die sensationelle Meldung von der Dubai Air Show, dass die Fluggesellschaft Emirates 50 Flugzeuge des Typs A 350 – und Air Arabia 120 Flugzeuge des Typs A 320neo bei Airbus bestellt haben. Das freut mich natürlich sehr und ich gratuliere Airbus ganz herzlich."

Ein gutes Stück Hamburger Handwerks- und Ingenieurskunst im Flugzeugbau begleite demnächst Emirates und Air Arabia auf ihrem Erfolgskurs und sichere hochwertige Arbeitsplätze in der Hansestadt.