Maschinenbau

Jungheinrich fährt die Produktion herunter

Lars Brzoska ist seit Anfang September Vorstandsvorsitzender des Hamburger Gabelstaplerbauers Jungheinrich.

Lars Brzoska ist seit Anfang September Vorstandsvorsitzender des Hamburger Gabelstaplerbauers Jungheinrich.

Foto: Andreas Laible / Andreas Laible / FUNKE Foto Services

Hamburger Gabelstaplerbauer erhält deutlich weniger Aufträge. Gibt es bald Kurzarbeit in einzelnen Werken?

Hamburg.  Der Auftragsrückgang beim Hamburger Gabelstaplerbauer Jungheinrich hat sich beschleunigt. Nachdem die Zahl der Neubestellungen bereits im zweiten Quartal gesunken war, fiel der Rückgang zwischen Anfang Juli und Ende September noch deutlicher aus. Der Wert der neuen Orders sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,6 Prozent auf 949 Millionen Euro, teilte der Konzern mit. Die Produktion hat das Unternehmen im dritten Quartal bereits heruntergefahren, die Auslastung der Werke gehe zurück, hieß es.

Kurzarbeit wird wahrscheinlicher

Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Jungheinrich an einzelnen Standorten Kurzarbeit einführen muss. Der neue Vorstandschef Lars Brzoska hatte dem Abendblatt Anfang Oktober gesagt: „Sollte sich die wirtschaftliche Lage weiter so entwickeln wie aktuell, dann werden auch wir Ende des Jahres, Anfang nächsten Jahres an einzelnen Standorten zu Kurzarbeit kommen können.“ Ein Unternehmenssprecher sagte dem Abendblatt am Donnerstag, diese Einschätzung habe sich nach den Quartalszahlen nicht verändert. „Es gibt derzeit keine Pläne, kurzfristig Kurzarbeit einzuführen“, sagte der Sprecher. Nach Ansicht von Finanzvorstand Volker Hues könnte sich der Auftragsrückgang auch im kommenden Jahr fortsetzen. Jungheinrichs Kunden aus der europäischen Industrie seien bei Investitionen vorsichtiger geworden.

Der Gewinn der steigt

Zugleich konnte der Konzern in den vergangenen Monaten aber noch von der zuvor deutlich besseren Auftragslage profitieren. Der Umsatz stieg zwischen Juli und September um elf Prozent auf 1,02 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern wuchs um 6,5 Prozent auf 70,5 Millionen Euro. Unter dem Strich kletterte der Gewinn um 8,1 Prozent auf 46,8 Millionen Euro.

Die im SDAX notierte Jungheinrich-Aktie legte am Donnerstag zeitweise um mehr als vier Prozent auf über 25 Euro zu, im Tagesverlauf reduzierte sich der Zuwachs jedoch auf unter zwei Prozent. Im August hatte die Aktie noch bei knapp 18 Euro notiert. Beflügelt wurden die Papiere exportorientierter deutscher Unternehmen am Donnerstag durch eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank beließ die Einstufung der Jungheinrich-Aktie nach den Quartalszahlen bei „Halten“ und das Kursziel bei 23 Euro. Nach der jüngsten Kurserholung sei das Papier nun fair bewertet, so der Analyst.