Rolltreppenwerk

Sorge in Hamburg bei ThyssenKrupp vor Einschnitten

Düstere Zeiten bei Thyssenkrupp.

Düstere Zeiten bei Thyssenkrupp.

Foto: Guido Kirchner / dpa

Die neue Chefin Martina Merz hat die Mitarbeiter des kriselnden Konzerns auf schmerzvolle Veränderungen eingeschworen.

Hamburg.  Die neue ThyssenKrupp-Chefin Martina Merz hat gut eine Woche nach ihrem Amtsantritt die Mitarbeiter des kriselnden Konzerns auf harte Einschnitte eingeschworen. „Zur Wahrheit gehört, dass es in einigen Bereichen nicht ohne signifikanten Stellenabbau gehen wird“, schrieb Merz in einem Brief des Vorstands an die Mitarbeiter. Zahlen nannte sie nicht. Bei dem geplanten Konzernumbau gehe es darum, die Geschäfte zu stärken. „Es geht nicht um einen Ausverkauf.“ Merz hatte am Dienstag vor 150 Führungskräften ihre Pläne für den Mischkonzern mit 160.000 Mitarbeitern präsentiert. Thyssenkrupp wollte sich dazu nicht äußern.

Damit wächst auch wieder die Sorge bei den rund 450 Beschäftigten des Rolltreppenwerks in Hamburg. Das Werk gehört zur Aufzugssparte des Konzerns, ThyssenKrupp Elevators. Diese wollte Merz’ geschasster Vorgänger Guido Kerkhoff veräußern oder an die Börse bringen. Das letzte deutsche Rolltreppenwerk war im vergangenen Jahr zu Einsparungen in Höhe von 18 Millionen Euro binnen drei Jahren verdonnert worden. Kerkhoff hatte angekündigt insgesamt 6000 Jobs zu streichen, davon 4000 in Deutschland.

„Derzeit ist nicht abzusehen, welche Auswirkungen der neue Kurs von Merz auf das Fahrtreppenwerk haben wird. Im Bereich der Effektivitätssteigerung ist hier schon viel passiert“, sagte der zuständige Gewerkschaftssekretär der IG Metall Küste, Mike Retz. Es wird erwartet, dass Merz insbesondere in der Verwaltung kürzen wird, die jährlich mit Kosten von mehr als zwei Milliarden Euro zu Buche schlägt.