Tabakindustrie

NGG fürchtet um 50 Arbeitsplätze bei BAT in Hamburg

Der Tabakkonzerns British American Tobacco (BAT) will bis Januar 2020 weltweit 2300 Stellen abbauen.

Der Tabakkonzerns British American Tobacco (BAT) will bis Januar 2020 weltweit 2300 Stellen abbauen.

Foto: picture alliance / dpa

Tabakkonzern British American Tobacco will eingespartes Geld für Wachstum in neuen Bereichen wie E-Zigaretten ausgeben.

London/Hamburg. Ein neues Sparprogramm des Tabakkonzerns British American Tobacco (BAT) bedroht auch Arbeitsplätze in Hamburg. Am Donnerstag teilte das Unternehmen in London mit, bis Januar 2020 würden weltweit 2300 Stellen abgebaut; Ende 2018 hatte die Gruppe gut 55.000 Mitarbeiter. Weil komplette Führungsebenen wegfallen sollen, sei mehr als jede fünfte Position im Management betroffen, hieß es von BAT.

Am Donnerstag sei auf einer Betriebsversammlung im Werk Bayreuth bekanntgegeben worden, dass dort 200 von 390 Arbeitsplätzen abgebaut werden, sagte Karin Vladimirov, Sprecherin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), dem Abendblatt. Man befürchte, dass in Hamburg bis zu 50 Stellen bedroht sind. Das Unternehmen äußerte sich auf Anfrage dazu nicht.

Von klassischen Zigaretten zu E-Zigaretten

Nach eigenen Angaben hatte BAT Ende 2018 in Deutschland 1100 Beschäftigte, davon 353 in Hamburg. Der weltweit zweitgrößte Tabakkonzern kämpft wie die meisten Konkurrenten mit abnehmenden Verkauf von klassischen Zigaretten – zu den Marken gehören Dunhill, Lucky Strike, HB und Pall Mall – und sucht dabei nach neuen Erlösquellen. Das Unternehmen will das durch die gestrichenen Stellen eingesparte Geld für Wachstum in neuen Bereichen wie E-Zigaretten ausgeben. „Mein Ziel ist es, unsere derzeitigen Arbeitsweisen und Geschäftsprozesse deutlich zu vereinfachen“, erklärte Konzernchef Jack Bowles, der Anfang April den Vorstandsvorsitz übernahm.

Seit 1926 betreibt BAT seine Geschäfte auf dem deutschen Markt von Hamburg aus. Am Standort Bayreuth, der 1957 gegründet wurde, produziert das Unternehmen unter anderem Aromamischungen für E-Zigaretten. Laut NGG soll dort die Forschung und Entwicklung eingestellt werden.