Neue Streiks drohen

Tarifverhandlungen bei Postbank gescheitert

Eine Postbank-Filiale (Symbolbild)

Eine Postbank-Filiale (Symbolbild)

Foto: Annabell Behrmann

Aus Sicht von Ver.di ist das jüngste Angebot der Bank für die rund 12.000 Mitarbeiter mit Postbank-Tarifverträgen inakzeptabel.

Hamburg.  Bei der Deutsche-Bank-Tochter Postbank drohen neue Streiks. Die Gewerkschaft Ver.di erklärte die Tarifverhandlungen am Dienstag für gescheitert. Aus Sicht von Ver.di ist das jüngste Angebot der Bank für die rund 12.000 Mitarbeiter mit Postbank-Tarifverträgen inakzeptabel.

´ „Wer in der dritten Verhandlungsrunde eine Gehaltserhöhung unterbreitet, die unterhalb der zu erwartenden Teuerungsrate liegt, und damit die Gehälter entwertet, statt diese angemessen zu erhöhen, der fordert eine sehr deutliche Reaktion der Beschäftigten geradezu heraus“, sagte Ver.di-Vorstandsmitglied Christoph Meister. Die Gewerkschaft werde nun eine Urabstimmung über Streiks einleiten.

Ver.di fordert Erhöhung der Gehälter um sieben Prozent

Ein Postbank-Sprecher erklärte, das Geldhaus habe für die Beschäftigten der Postbank ein tragfähiges und dem aktuellen Markt- und Branchenumfeld angemessenes Angebot abgegeben. Die Bank sei weiterhin daran interessiert, die Verhandlungen in weiteren Runden zu einem einvernehmlichen Ergebnis zu bringen. Zu den Details der Offerte wollte er sich nicht äußern.

Nach Gewerkschaftsangaben bot die Postbank an, die Gehälter vom 1. April 2020 an um 1,7 Prozent anzuheben, ab 1. Juli 2021 um 1,0 Prozent und ab 1. Februar 2022 um weitere 1,0 Prozent. Ver.di dagegen fordert unter anderem die Erhöhung der Gehälter um sieben Prozent, mindestens 200 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Warnstreiks in Hamburg

Bereits vor der jüngsten Verhandlungsrunde hatte die Gewerkschaft mit Warnstreiks Druck auf den Arbeitgeber gemacht. Erst am Montag blieben in Hamburg mehrere der rund 30 Filialen geschlossen. Die Deutsche Bank hatte sich 2017 entschieden, die Postbank nicht zu verkaufen, sondern in den Konzern zu integrieren.