Kreuzfahrten

„AIDAperla“ erhält weltweit größten Batteriespeicher

Die AIdAperla beim Auslaufen aus dem Hamburger Hafen.

Die AIdAperla beim Auslaufen aus dem Hamburger Hafen.

Foto: Klaus Bodig / Klaus Bodig / HA

Kreuzfahrtschiff soll mit elektrischer Unterstützung fahren. Der Treibstoffverbrauch sinkt um mindestens fünf Prozent.

Hamburg/Rostock.  Deutschlands größte Kreuzfahrtreederei Aida Cruises steigt in die Elektrifizierung ihrer Flotte ein. Eines der neuesten Kreuzfahrtschiffe des Unternehmens mit Sitz in Hamburg und Rostock, die „AIDAperla“ wird im kommenden Jahr mit Lithium-Ionen-Batterien eines norwegischen Herstellers ausgestattet. Das 300 Meter lange Schiff erhält ein Batteriepack mit einer Gesamtleistung von zehn Megawatt, wie Aida Cruises am Dienstag mitteilte.

Das sei das bisher größte Batteriespeichersystem, mit dem ein Passagierschiff ausgestattet wird. Damit wird es theoretisch möglich, dass die „AIDAperla“ für eine kurze Zeitspanne von etwa 30 bis 60 Minuten ihre Dieselmotoren abschalten und mit Strom fahren kann. Zum Vergleich: Die Batteriesysteme die Scandlines auf seinen Hybrid-Fähren auf der Vogelfluglinie einsetzt liefern eine Leistung von etwa 1,5 Megawatt.

Keine Umbauten an Bord notwendig

Die Batterien des norwegischen Herstellers Corvus Energy werden in Bergen gefertigt, und bei einer Stippvisite der „AIDAperla“ an Bord gebracht. Eine Liefervertrag hat Aida-Präsident Felix Eichhorn mit Corvus Energy geschlossen. Installiert werden die Batterien auf dem Maschinendeck während des Fahrbetriebs. „Es sind keinerlei Umbauten notwendig. Schon bei der Konzeption des Schiffes wurde der Raum für ein Batteriepaket berücksichtigt“, sagte AIDA-Sprecher Hans-Jörg Kunze.

„AIDAperla“ am Sonnabend bei Cruise Days

Die „AIDAperla“ bietet derzeit wöchentlich ab Hamburg Rundreisen durch Nordeuropa an und wird am kommenden Sonnabend bei den Cruise Days die Parade im Hafen anführen. Sind die Speicherkapazitäten erst einmal in Betrieb kann die Energie daraus über einen längeren Zeitraum, etwa während der Hafenliegezeit oder bei Schiffsmanövern im Hafen zugeschaltet werden und die Leistung der Dieselmotoren unterstützen.

Dadurch wird der Verbrauch von fossilem Treibstoff ersten Annahmen zufolge um mehr als fünf Prozent gesenkt und die Effizienz des Schiffsbetriebs gesteigert. Dass das Schiff komplett mit Stromantrieb die Elbe hinauffährt ist aber angesichts des hohen Energieverbrauchs an Bord noch nicht zu erwarten. Ist der Pilotabtrieb erfolgreich sollen weitere Aida-Schiffe mit Batterien ausgestattet werden.