Tarifstreit

Ganztägiger Warnstreik bei der Postbank in Hamburg

Die Postbank an der Rathausallee in Norderstedt-Mitte.

Die Postbank an der Rathausallee in Norderstedt-Mitte.

Foto: Annabell Behrmann

Gewerkschaft und Postbank widersprechen sich, wenn es um die Auswirkungen der Arbeitsniederlegung geht.

Hamburg. Am vergangenen Donnerstag waren es „Betriebsversammlungen“, diesmal ist es ein ganztägiger Warnstreik: Rund 20 der etwa 30 Postbank-Filialen in Hamburg dürften heute geschlossen bleiben. Das sagte Hans-Jürgen Klempau von der Gewerkschaft Ver.di Hamburg dem Abendblatt. In den übrigen Geschäftsstellen werde ein „Minimalbetrieb“ aufrecht erhalten, weil einige der Postbank-Beschäftigten Beamte seien, die nicht streiken dürfen.

Nach Angaben der Postbank selbst sind die Auswirkungen des Warnstreiks erheblich geringer: Von den rund 30 Filialen in Hamburg habe man nur vier schließen müssen, sagte Unternehmenssprecher Ralf Palm.

Tarifverhandlungen gehen in die dritte Runde

Hintergrund der Aktion ist die dritte Runde der Tarifverhandlungen am Montag und Dienstag in Königswinter bei Bonn. Bislang habe die Geschäftsleitung kein Angebot vorgelegt, so Klempau: „Statt mit immer neuen Gerüchten rund um den Konzernumbau für Verunsicherung zu sorgen, müssen sich die Arbeitgeber jetzt endlich bewegen.“

Genug Geld sei da, schließlich seien bei der Postbank die Erträge im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden in Deutschland zuletzt auf 1,7 Milliarden Euro gestiegen, das sei ein Anstieg um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Postbank: Ver.di fordert sieben Prozent mehr Gehalt

Ver.di fordert unter anderem die Erhöhung der Gehälter um sieben Prozent, mindestens 200 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Beschäftigten sollen dabei wählen können, ob sie mehr Geld oder mehr Freizeit erhalten möchten.

Die Postbank gehört zur Deutschen Bank, die bei der Integration der Tochtergesellschaft nun aufs Tempo drücken will. Zwar bestehe für Postbank-Mitarbeiter noch ein Kündigungsschutz bis 2022, so Klempau: „Es ist aber schon absehbar, dass man an weitere Filialschließungen denkt.“

Angesichts der Sparbemühungen der Deutschen Bank seien die Postbank-Center „stark unterbesetzt“, das Personal werde zwischen ihnen „hin und her geschoben“, sagt der Gewerkschaftler: „Das geht auf die Knochen der Beschäftigten, die zudem den Unmut der Kunden aushalten müssen.“