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Sparda Bank schafft in Hamburg Kontoauszugsdrucker ab

Die Filiale der Sparda Bank  in der Grindelallee. In allen Filialen werden die Kontoauszugsdrucker abgebaut. Die Auszüge gibt es dann nur noch an SB-Terminals.

Die Filiale der Sparda Bank in der Grindelallee. In allen Filialen werden die Kontoauszugsdrucker abgebaut. Die Auszüge gibt es dann nur noch an SB-Terminals.

Foto: Andreas Laible

Ausgabe der Auszüge erfolgt nur noch über SB-Terminals – oder Kunden müssen sie online abrufen. Wie die Haspa reagiert.

Hamburg.  Bei der Sparda Bank Hamburg werden die Möglichkeiten zum Ausdrucken des Kontoauszugs für Kunden eingeschränkt. „Wir stellen nicht nur fest, dass die Kunden immer weniger in die Filiale kommen, sondern sie nutzen auch die Kontoauszugsdrucker immer seltener“, sagt Oliver Pöpplau, Vorstandschef der Sparda Bank zur Begründung. In den vergangenen drei Jahren habe die Nutzung Jahr für Jahr um zehn Prozent abgenommen.

Deshalb werden ab November alle 44 Kontoauszugsdrucker, die ihr Lebensende erreicht haben, in den 20 Filialen abgebaut. „Die Kunden können sich weiterhin ihre Auszüge an den SB-Terminals ausdrucken, die in jeder Filiale stehen. „Diese Geräte werden wir erneuern, und sie bieten zusätzliche Funktionen wie das Aufgeben einer Überweisung oder das Ändern eines Dauerauftrages“, sagt Pöpplau.

"Das Onlinebanking stärker nutzen"

Dennoch räumt er ein ein, „dass mit dem Abbau der alten Kontoauszugsdrucker etwa die Hälfte der Ausgabemöglichkeiten für Kontoauszüge in den Filialen“ verschwindet. Insgesamt wird die Sparda Bank 62 neue SB-Terminals aufstellen.

Die rund 290.000 Kunden erledigen laut Sparda Bank bereits zu 70 Prozent ihre Überweisungen online. „Da liegt es nahe, das Onlinebanking auch stärker für das Abrufen der Kontoauszüge zu nutzen“, sagt Pöpplau. „Wir wollen den Kunden die Vorteile dieses Verfahrens noch näherbringen, denn es bietet zusätzliche Vorteile im Vergleich zu den kleinen Auszügen aus dem Kontoauszugsdrucker.“ So können für Nachweise bestimmte Zahlungen wie etwa an Behörden zusammengestellt werden, ohne dass andere Umsätze des Kunden auf dem Kontoauszug erscheinen.

In zehn Jahren haben auch SB-Terminals ausgedient

Angesichts der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die nach Pöpplaus Einschätzung auch die nächsten Jahre beherrschen wird, geht es bei der Sparda Bank Hamburg auch um Kosteneinsparungen. Ein Kontoauszugsdrucker kostet rund 10.000 Euro. Auch die neuen SB-Terminals sieht er nur als eine Übergangslösung, denn Überweisungen lassen sich mit Tablet und Smartphone wesentlich komforta­b­ler erledigen als an einem solchen Selbstbedienungsgerät.

Sie werden in den nächsten zehn Jahren von der Bildfläche verschwinden, ist Pöpplau überzeugt. An dem kostenlosen Girokonto will die Sparda Bank Hamburg festhalten. Das sei ein Markenzeichen unseres Instituts, so Pöpplau. Auch negative Einlagenzinsen werde es nicht geben. „Insofern finde ich es gut, dass Bundesfinanzminister Olaf Scholz ein Verbot von Negativzinsen prüft. Ein solches Verbot würde für alle Banken die gleichen Wettbewerbsbedingungen schaffen.“

Andere Banken denken gegenwärtig nicht daran, ihre Kontoauszugsdrucker zu reduzieren oder abzuschaffen, wie eine Umfrage des Abendblatts ergab. „Wir planen keine Veränderungen bei der Ausstattung der Filialen“, sagte eine Sprecherin der Haspa. Die Commerzbank nutzt schon seit längerer Zeit nur SB-Terminals, will aber die Zahl der Geräte in den Filialen nicht verringern.