Immobilien

Altbauwohnungen in Hamburg nur etwas billiger

Blick auf Altbauwohnungen in Hamburg (Symbolbild).

Blick auf Altbauwohnungen in Hamburg (Symbolbild).

Foto: dpa

Immobilienkäufer zahlen zwar weniger als im Neubau. Aber der Preisunterschied ist geringer als in anderen Städten.

Hamburg.  Neue oder gebrauchte Eigentumswohnung? Von einem Objekt aus dem Bestand versprechen sich viele potenzielle Immobilienkäufer deutliche Preisvorteile. Doch ausgerechnet in Hamburg fallen die Preisunterschiede am geringsten aus, wenn man die sieben großen Städte Deutschlands betrachtet.

Der Käufer einer 70 Quadratmeter großen Eigentumswohnung aus dem Bestand spart in Hamburg gegenüber einem vergleichbaren Neubauobjekt lediglich rund 53.000 Euro, was einem Preisunterschied von 18 Prozent entspricht. Von den sieben großen Städten liegt lediglich München auf vergleichbarem Niveau, was den Preisunterschied betrifft, auch wenn die absoluten Preise dort deutlich höher sind.

Das geht aus dem neuen Postbank-Wohnatlas hervor. Dafür hat das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) die Angebote in 401 kreisfreien Städten und Landkreisen untersucht. Die Studie gibt einen Überblick über die regionalen Preisunterschiede im Jahr 2018 zwischen Eigentumswohnungen im Bestand und Neubauobjekten. Als Neubauten gelten dabei alle Immobilien, die zwischen den Jahren 2015 und 2018 fertiggestellt wurden.

Preisunterschiede in Stuttgart und Düsseldorf

Nach diesen Daten kostet eine Wohnung mit 70 Quadratmetern in Hamburg 287.490 Euro. Für einen vergleichbaren Neubau müssen 340.410 Euro bezahlt werden. Den größten Preisunterschied zwischen Alt- und Neubau gibt es in Düsseldorf und Stuttgart mit knapp 60 Prozent. So spart der Käufer einer gebrauchten Immobilie in Stuttgart gegenüber einem Neubau rund 165.000 Euro. In Berlin ist der Preisunterschied im Vergleich zu Hamburg mit 116.000 Euro mehr als doppelt so hoch, wie aus der Studie der Postbank und des HWWI hervorgeht.

„Je geringer die Preisdifferenz ist, desto intensiver sollten sich potenzielle Käufer mit einer Neubauwohnung befassen – auch wenn die Anschaffungskosten höher sind“, sagt Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft der Postbank. „Denn ein Neubau bietet große Vorteile: eine höhere Energieeffizienz, eine moderne Ausstattung und eine längere Gewährleistung bei Mängeln am Bau.“

Große Immobiliennachfrage

Ein Bestandsobjekt kann dagegen sofort besichtigt werden, und nach dem Kauf ist ein schneller Einzug möglich. Angesichts der großen Immobiliennachfrage werden dagegen Neubauten bereits lange vor der Fertigstellung verkauft. Von dem Objekt existieren dann nur Pläne und Animationen oder bestenfalls ein Rohbau. Der Kauf einer Gebrauchtimmobilie ist aber auch mit Risiken verbunden, denn in aller Regel gilt der Grundsatz „gekauft wie gesehen“, der dann auch im Kaufvertrag auftaucht und nachträgliche Reklamationen erschwert.

Neben der Lage ist bei einem gebrauchten Objekt die Bausubstanz ein wesentlicher Faktor für die Beurteilung der Immobilie. Eine eingehende Objektbesichtigung mit einem Architekten oder einem Bausachverständigen ist daher unbedingt zu empfehlen, raten Verbraucherschützer. Denn für Laien sind selbst gravierende Mängel mit bloßem Auge oft nicht zu erkennen.