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Ikea vermietet demnächst Büro-Möbel – aber nicht an jeden

Ikea: Das bedeuten die seltsamen Möbelnamen

Darum haben Ikea-Möbel so seltsame Namen

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Möbelriese Ikea vermietet in Kürze Möbel. Allerdings nicht an jeden. Wer mitmachen darf, wo der Test startet – und wie es funktioniert.

Berlin. Die Ankündigung weckte viele Hoffnungen: Ikea wolle bald auch Mietmöbel anbieten. Einfach mal ein paar Monate ein neues Sofa in die Wohnung stellen, bis sich der Geschmack (oder Trend) wieder ändert und entspannt umtauschen? Ungefähr so dachten sich das wohl einige.

Tatsächlich gibt es jetzt erstmalig seit der Ankündigung im September 2018 vollwertige Informationen zum Ikea-Leih-Programm. Und ganz so einfach ist es eben doch nicht.

Das liegt vor allem daran, dass in unterschiedlichen Märkten unterschiedliche Modelle getestet werden, diese dabei auch noch auf spezifische Zielgruppen zugeschnitten sind. Der Durchschnittskunde muss vorerst weiter kaufen, statt zu leihen.

Ikea vermietet Möbel – Start in der Schweiz mit kleiner Zielgruppe

Auftaktmarkt für die neue Leih-Welt beim schwedischen Möbelriesen ist die Schweiz. Hier soll es ein Angebot an mietbaren Büromöbeln geben. Die „Handelszeitung“ sprach darüber ausführlich mit der Unternehmenssprecherin Aurel Hosennen – losgehen soll es noch im Juni.

Die „Handelszeitung“ schlüsselt das System auf

  • Im Angebot sind nicht einzelne Möbelstücke, sondern Pakete, entweder zur Ausstattung von Arbeitsplätzen (Stühle, Tische, Schränke, Lampen und so weiter) oder von Sitzungsräumen
  • Angeboten werden sechs verschiedene Stil- und Standard-Pakete für die Büros, 18 für Sitzungszimmer
  • Das kleinste Paket kostet umgerechnet 63 Euro pro Monat – Mindestlaufzeit 12 Monate. Danach reduziert sich der Preis um die Hälfte, ebenso verkürzt sich die Kündigungsfrist auf zwei Monate
  • Aufbau und Lieferung sind inbegriffen

Fernziel: Angebot für die breite Bevölkerung

Spannend ist das für Unternehmer nach den Ideen Ikeas zum Beispiel deshalb, weil schnell und unkompliziert auf Veränderungen im Betrieb reagiert werden kann. „Fernziel ist es, ein solches Abo der breiten Bevölkerung anbieten zu können“, sagte Sprecher Hosennen der „Handelszeitung“.

Momentan kläre man ab, „ob und wie wir mit einem Finanzpartner so zusammenarbeiten könnten, dass die Möbelmiete einem Autoleasing gleichkäme.“ Zielgruppe für den ersten Anlauf in der Schweiz: 20 Kleine- und mittelständische Unternehmen und Startups will Ikea als erste Testrunde für das Miet-Modell begeistern.

Test mit Studierenden geplant – Tests in weiteren Ländern

In den Niederlanden sollen laut Unternehmenssprecherin mit Studierenden demnächst ebenfalls erste Tests laufen, weitere Versuchsgruppen seien in Schweden und Polen geplant. Gerade Studenten könnten das Angebot durchaus interessant finden, wenn Ikea die Preisgestaltung angemessen gestaltet. Bis jeder Möbel mietet, ist aber offenbar noch viel Vorarbeit nötig.

2018 feierte Ikea 60 Jahre bestehen – fünf Fakten zum Jubiläum. Der Möbelriese sucht nach immer neuen Einnahmequellen. Ikea plant, Möbel über Onlinehändler wie Amazon zu verkaufen. Beim Einkauf im Geschäft muss man aufpassen – ein Französin vergaß, einen Deckel zu scannen und festgenommen. (ses)