Preiskampf

Budnikowsky nimmt Rabatt-Coupons der Konkurrenz an

Eine Filiale der Drogeriemarktkette Budnikowski

Eine Filiale der Drogeriemarktkette Budnikowski

Foto: dpa Picture-Alliance / Bodo Marks / picture-alliance/ dpa

Der harte Preiskampf der Drogerien hat eine neue Facette. Auch ein Hamburger Familienunternehmen mischt hier mit.

Hamburg. Der Zettel ist eher klein und unscheinbar, fällt erst beim zweiten Blick ins Auge. Doch die Botschaft dahinter ist immens: „Neu! Rabatt-Coupons von anderen Drogeriemärkten hier einlösen“, heißt es auf dem Aushang bei Budnikowsky in der Europapassage.

Die Filiale in der Innenstadt ist jedoch kein Einzelfall: Nachdem die Hamburger Drogeriekette die Annahme von Fremd-Coupons, also Coupons von Mitbewerbern, im Jahr 2017 in einigen Testfilialen ausprobiert hatte, wurde die Aktion nun auf alle Hamburger Filialen flächendecken ausgeweitet. „Wir möchten unseren Kunden grundsätzlich den besten Service des Wettbewerbs anbieten“, sagt Cord Wöhlke, der das Familienunternehmen gemeinsam mit seinen Kindern Julia und Christoph leitet.

Natürlich biete man den Kunden über die Budni-Karte, App, Service-Stationen in den Filialen und über Werbeprospekte schon zahlreiche Angebote und Rabatte an. „Die Annahme von fremden Coupons gehört unserer Ansicht nach zum individuellen Umgang mit Kundenwünschen und stellt eine Erweiterung der Angebote dar.“

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs klagte gegen die Aktion

Die Hamburger sind nicht die ersten, die im Preiskampf der Drogerien Kunden mit Fremd-Coupons locken. Die Müller Handelskette, seit kurzem auch mit Filialen in der Hansestadt vertreten, führte die Annahme von Ermäßigungen von Mitbewerbern bereits vor Jahren ein und bekam vom Bundesgerichtshof Recht, dass es sich dabei nicht um unlauteren Wettbewerb handele. Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Frankfurt hatte zuvor die Müller Großhandels Ltd & Co. KG wegen der Werbeaussage verklagt „zehn Prozent Rabatt-Coupons von dm, Rossmann und Douglas in Müller-Filialen einzulösen“.

Das Gericht bestätigte den Standpunkt der Müller Unternehmensgruppe, dass es nicht um die Schädigung von Wettbewerbern gehe, sondern in erster Linie darum, Kunden mit möglichst attraktiven Produkt- und Preisangeboten zum Betreten der eigenen Filialen zu animieren. Müller ging daraufhin noch einen Schritt weiter und versprach ihren Kunden in manchen Filialen nicht nur, Rabatt-Coupons der Konkurrenz entgegenzunehmen, sondern einen noch höheren Rabatt zu gewähren.

So weit geht man bei Budnikowsky nicht. Hier wird derzeit „nur“ der gleiche Preisnachlass wie bei der Konkurrenz gewährt. Zu Reaktionen der Kunden kann sich die Hamburger Drogeriekette derzeit noch nicht äußern – die Ergebnisse werden gerade überprüft, heißt es. Ausgenommen von der Aktion sind Druckartikel, das Bijou Brigitte Sortiment, Fotoarbeiten, Telefon- und Gutscheinkarten.

Keine kurzfristigen Nachlässe bei dm

Rossmann wollte zu der Rabatt-Schlacht nichts sagen. Von dm-Chef Erich Harsch hieß es: „Unser Anspruch ist es, unseren Kunden eine zuverlässige und nachvollziehbare Preisgestaltung zu bieten. Daher setzen wir auf den günstigen dm-Dauerpreis, der mindestens vier Monate gültig ist. So können sich unsere Kunden auf günstige Regalpreise verlassen, statt auf kurzfristige Rabatte reagieren zu müssen.“ Die Strategie, dass Mitbewerber Rabattcoupons anderer Unternehmen annehmen sei nicht neu. dm mache dabei aber nicht mit. Denn die Drogeriemarktkette sei davon überzeugt, dass man mit dem günstigen Dauerpreis sowie dem Engagement der Mitarbeiter vor Ort weiterhin „Maßstäbe in Bezug auf Qualität und Preis“ setze.