Insolvenz in Eigenregie

Schoko-Firma Leysieffer pleite – Hamburg und Sylt betroffen

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Leysieffer-Geschäftsführer Jan Leysieffer mit Schokoladen seines Unternehmens. Er soll die Firma auch nach dem Insolvenzantrag weiter leiten.

Leysieffer-Geschäftsführer Jan Leysieffer mit Schokoladen seines Unternehmens. Er soll die Firma auch nach dem Insolvenzantrag weiter leiten.

Foto: picture alliance

Osnabrücker Pralinen- und Schokohersteller muss nach 110 Jahren Insolvenzantrag stellen. Was wird aus den drei Hamburger Läden?

Hannover/Hamburg.  45 Gramm Trüffelpralinen im Leinsäckchen mit Osterdekor für 6,25 Euro, ein Kegelosterhase in Pink aus 65 Gramm Schokolade zum Preis von 9,45 Euro – der Pralinen- und Schokoladenhersteller Leysieffer GmbH & Co KG ist bekannt für exquisite Süßwaren zu Premiumpreisen. Doch wenige Wochen vor Ostern hat das Traditionsunternehmen aus Osnabrück Insolvenz anmelden müssen.

„Der Antrag ist gestern gestellt worden“, bestätigte Marketingchefin und Unternehmenssprecherin Julia Knieps am Mittwoch. Die Firma will sich nun in Eigenregie neu ausrichten. Der Anwalt Joachim Walterscheid führt den Süßwarenhersteller durch das beim Amtsgericht Osnabrück beantragte Insolvenzverfahren in Eigenregie. Geschäftsführer Jan Leysieffer, der die vor 110 Jahren gegründete Traditionsfirma seit 2003 in vierter Generation führt, solle das auch weiter tun. Der Geschäftsbetrieb laufe weiter, hieß es.

"Tradition ist kein Erfolgsgarant mehr"

Damit ist vorerst offenbar auch der Erhalt der drei Leysieffer-Filialen in Hamburg gesichert. Im Alstertal-Einkaufszentrum, im Hanse-Viertel und am Eppendorfer Baum verkauft der Chocolatier seine Confiserie-Produkte. Im Norden gibt es zudem eine Filiale an der Friedrichstraße in Westerland (Sylt), in Timmendorfer Strand verkauft das Kaffee- und Weinhaus Carpe Diem die Süßigkeiten des Unternehmens.

Insgesamt ist Leysieffer in etwa 30 deutschen Städten präsent und betreibt dort teils auch Cafés und Bistros. Zum Unternehmen gehört zudem eine Filiale in der chinesischen Hauptstadt Peking.

350 Mitarbeiter betroffen

Die genauen Gründe, die zu dem Insolvenzantrag führten, wurden nicht bekannt. Rechtsanwalt Walterscheid erklärte in einer Unternehmensmitteilung jedoch: „Tradition und die Herstellung von hochwertigen Qualitätsprodukten ist heute leider kein Erfolgsgarant mehr. Daher nutzt das Unternehmen die Chancen einer nachhaltigen Sanierung.“ Das Gericht habe dem Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenregie entsprochen.

Betroffen sind den Angaben zufolge etwa 350 Leysieffer-Mitarbeiter, davon arbeitet etwa ein Drittel am Stammsitz in Osnabrück. Ihre Löhne und Gehälter sind demnach durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit bis Ende Mai gesichert.

( dpa/HA )

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