Luftfahrt

Flughafen-Bodenpersonal: Einigung jetzt auch mit Ver.di

Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste des Flughafen Hamburg beim Warnstreik Anfang Februar.

Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste des Flughafen Hamburg beim Warnstreik Anfang Februar.

Foto: Roland Magunia/Hamburger Abendblatt

Für rund 1000 Beschäftigte in Fuhlsbüttel gibt es mindestens sieben Prozent mehr Geld. Die Warnstreik-Gefahr ist nun endgültig gebannt

Hamburg.  Nach sechs Verhandlungsrunden hat sich nun auch die Gewerkschaft Ver.di im Tarifstreit um die Gehälter für die Bodenverkehrsdienste mit dem Hamburger Flughafen geeinigt. Damit sind weitere streikbedingte Flugausfälle abgewendet – zumindest was diese Berufsgruppe angeht.

Nach Angaben von Ver.di sieht das Verhandlungsergebnis im Kern Lohnerhöhungen zwischen sieben Prozent und elf Prozent in drei Schritten vor: Rückwirkend ab dem 1. Januar 2019 gibt es 3,2 Prozent, die nächste Erhöhung folgt im April 2020 und die letzte im August 2020 bei einer Laufzeit bis zum 31. August 2020 (20 Monate). Je nach Vergütungsgruppe betrage das Lohnplus damit insgesamt zwischen 140,74 Euro und 209,84 Euro monatlich.

Der von der Bürgerschaft beschlossene Mindestlohn von 12,00 Euro für öffentliche Unternehmen in Hamburg würde im April 2020 erreicht. Nun stimmen die Ver.di-Mitglieder über das Ergebnis ab, die Befragung läuft bis zum 8. April.

Die etwa 1000 Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste sind am Hamburger Flughafen unter anderem für die Flugzeug- und Gepäckabfertigung, den Busverkehr und die Reinigung der Flugzeuge zuständig. Ver.di hatte eine monatliche Tariferhöhung von 275 Euro für alle gefordert. Irene Hatzidimou, Verhandlungsführerin von Ver.di Hamburg, sagte zu der Einigung, leider habe sich die Stadt Hamburg – die Mehrheitseignerin des Flughafens – weiterhin ihrer Verantwortung entzogen, um für die Bodenverkehrsdienste eine „nachhaltige Lösung“ zu finden: „Unabhängig davon, wie unsere Mitglieder entscheiden werden, stellt sich deshalb die Frage erneut, wie die Stadt eine qualitativ hochwertige und sichere Flugzeug- und Gepäckabfertigung für die Zukunft gewährleisten will.“

Bereits am 15. März hatte es in diesem Bereich eine Tarifeinigung mit der kleineren Gewerkschaft DBB/Komba gegeben. Auch dieser Abschluss sah eine Lohnerhöhung von mehr als sieben Prozent und das Erreichen eines Einstiegslohns von 12,00 Euro pro Stunde während der Vertragslaufzeit vor. Man sei „bis an die Grenze dessen gegangen, was bei den Bodenverkehrsdiensten in dem derzeitigen Luftverkehrsmarkt wirtschaftlich leistbar ist“, hatte Christian Noack, der Geschäftsführer der dafür zuständigen Flughafen-Tochtergesellschaft HAM Ground Handling, zu dieser Einigung gesagt.

Im Februar und im März hatte es Warnstreiks in Fuhlsbüttel gegeben, die viele Tausend Passagiere betrafen.