Umwelt

Plastik im Supermarkt: Kaufland verzichtet auf Gurken-Folien

Mit Plastik verpacktes Gemüse aus einem Supermarkt.

Mit Plastik verpacktes Gemüse aus einem Supermarkt.

Foto: Jochen Tack / imago/Jochen Tack

Die Bundesregierung fordert weniger Kunststoffverpackungen in Supermärkten ein. Einige Märkte verzichten bereits auf Plastikfolien.

Berlin.  Die Supermarktkette Kaufland verzichtet künftig auf Plastikfolien um Salatgurken. Dies sei ein weiterer wichtiger Schritt, um Plastik zu vermeiden, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Durch den Verzicht auf die Folienverpackungen bei Salatgurken ließen sich jährlich rund 120 Tonnen Kunststoff einsparen.

Kaufland kommt damit der Politik zuvor. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) will die Reduzierung von Kunststoffverpackungen in Supermärkten notfalls mit gesetzlichen Regelungen durchsetzen. „Die Erfahrung zeigt, dass wir durch Freiwilligkeit manchmal ehrgeizigere Ziele setzen und diese viel schneller erreichen können als durch Zwang“, sagte Schulze der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vor dem Plastik-Gipfel in Berlin.

Ministerin lädt zu Gesprächen ein

Zugleich betonte sie: „Dort wo wir mit freiwilligen Vereinbarungen nicht weiter kommen, kommen Anreize, Quoten und klare Regeln zum Einsatz.“ Die Ministerin hatte Vertreter von Handel, Herstellern und Umweltverbänden für Mittwochvormittag zu einem Gespräch eingeladen, um konkrete Vereinbarungen gegen die Plastikflut im Supermarkt zu treffen.

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„Da geht es zum Beispiel um die dünnen Kunststoffbeutel für Obst und Gemüse und um die Folie, mit der die Bio-Gurke eingeschweißt ist“, erläuterte Schulze. Real hatte vor wenigen Tagen bekanntgegeben, diese Plastiktüten für Obst und Gemüse abzuschaffen.

Plastik durch „Natural Branding“ verhindern

Dazu gebe es längst Alternativen. „Und zwar nicht nur die Papiertüte, die, wenn sie nur einmal genutzt wird, auch nicht viel besser ist, sondern auch wiederverwendbare Netze, Banderolen oder Aufkleber oder neuerdings auch die Kennzeichnung der „natürlichen Verpackung“ von Obst und Gemüse durch „Natural Branding“.“

Bei Letzterem wird ein Aufdruck per Laser direkt auf der Frucht angebracht, der Verpackungen bei Obst verhindern soll. Rewe etwa arbeitete bereits 2017 mit dieser Methode, um zu testen, wie der Plastiktüten-Verbrauch für Obst gesenkt werden könne.

Auch anderorts geht es Plastikmüll an den Kragen. So verbannt die beliebte Urlaubsinsel Mallorca bald Strohhalme und Tüten. (epd/les)