Luftfahrt

Die ersten Bilder von der A380-Verschrottung

Mitarbeiter des auf das Recyceln von Flugzeugen spezialisierten Unternehmens Tarmac Aerosave haben die Aggregate aus dem A380 ausgebaut.

Mitarbeiter des auf das Recyceln von Flugzeugen spezialisierten Unternehmens Tarmac Aerosave haben die Aggregate aus dem A380 ausgebaut.

Foto: REGIS DUVIGNAU / Reuters

Gut elf Jahre nach dem ersten Linienflug werden die ersten Riesen-Airbusse verschrottet – was nun mit den Flugzeugen passiert.

Hamburg.  Antriebslos steht das Riesenflugzeug auf dem Flughafen im südfranzösischen Tarbes. Wo früher die mächtigen Motoren von Rolls-Royce hingen, klaffen nun Löcher in der Triebwerksummantelung. Dass die ersten A380 verschrottet werden, hatte das Abendblatt Anfang Januar berichtet. Nun belegen das Fotos der Nachrichtenagentur Reuters.

Mitarbeiter des auf das Recyceln von Flugzeugen spezialisierten Unternehmens Tarmac Aerosave haben die Aggregate aus dem A380 ausgebaut. Gut elf Jahre nach ihrem Erstflug – für Flugzeuge, die normalerweise 20 Jahre und mehr fliegen, ein recht kurzes Alter.

Der Eigentümer des Flugzeuges fand keinen Nachmieter

Am 15. Oktober 2007 hatte Singapore Airlines in Toulouse als erster Kunde den größten Passagierjet der Welt erhalten. Von einer „neuen Königin der Lüfte“ und einem „neuen Kapitel der Luftfahrtgeschichte“ sprachen die Vorstandschefs der Fluglinie und von Airbus. Doch die Begeisterung wich in den Folgejahren zunehmend der Ernüchterung.

Singapore Airlines hatte das Flugzeug für zehn Jahre vom Dortmunder Fondshaus Dr. Peters gemietet. Nach Auslaufen des Vertrages hatte die Fluggesellschaft kein Interesse mehr an dem Flieger. Dr. Peters suchte Nachmieter und fand keinen. Auch für eine zweite von Singapore aussortierte Maschine nicht. Daher entschied sich das Fondshaus zur Ausschlachtung der Maschine.

Bilder von der Verschrottung:

Zwei A380 werden in Einzelteile zerlegt

Seit Monaten stehen nun in Tarbes zwei A380 herum und werden in ihre Einzelteile zerlegt. Die Triebwerke sind derzeit von Rolls-Royce geleast und sollen später verkauft werden. An den Maschinen wurden zunächst Vorarbeiten erledigt wie das Ablassen von Hydrauliköl, Bremsflüssigkeit und das Leeren der Tanks. Dann wird ähnlich wie bei einer Grundüberholung vorgegangen. „Alles, was an Ersatzteilen gängig ist, wird fachgerecht ausgebaut und dokumentiert“, sagt der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt. Dazu zählen Hydraulik- und Treibstoffpumpen, Leitungen und Cockpitinstrumente.

Die Arbeiten dauern wohl monatelang. Ziel sei die Gewinnung von möglichst vielen Ersatzteilen. Und natürlich deren Verkauf – so soll für die Anleger, die den Kauf der jeweils rund 200 Millionen Dollar teuren Maschinen finanzierten, möglichst viel Geld zusammenkommen. Dr. Peters rechnet mit einem Kapitalrückfluss von 145 bis 155 Prozent.

Abendblatt-Serie zum A380-Aus

Zwei weitere ausrangierte A380 parken im Auftrag von Dr. Peters in Tarbes. Für sie wird nach einem Anschlussmieter gesucht. Airbus hatte in der vergangenen Woche bekannt geben, die Produktion des größten Passagierflugzeugs der Welt 2021 auslaufen zu lassen. Hauptkunde Emirates hatte zuvor den Auftrag um 39 Maschinen reduziert. Aus diesem Anlass erscheint im Abendblatt derzeit eine fünfteilige Serie über die Geschichte des A380. Am Sonnabend erscheint der letzte Teil.