Hamburg

Kabelsalat, Streit mit Naturschützern und Rücktritte

Hamburg.  Er ist gerade einmal seit gut elf Jahren in Betrieb, doch seine Geschichte reicht 25 Jahre zurück. Ein Überblick über Höhenflüge und Absturz.


Juni 1994: Unter dem Codenamen A3XX beginnt Airbus mit dem Entwurf für das Design des neuen Fliegers.
Juli 2000: Emirates bestellt als erste Fluggesellschaft verbindlich den A3XX.
Dezember 2000: Airbus gibt offiziell den Startschuss für das Projekt: Aus A3XX wird der Name A380.
Januar 2001: Der US-Logistikkonzern FedEx bestellt die erste Fracht-Version. 2001 bis 2003: Um die Werkserweiterung für den Bau des A380 zu ermöglichen, lässt Hamburg gegen Proteste von Naturschützern einen Teil des Mühlenberger Lochs mit Sand auffüllen.
Mai 2004: Die Hauptproduktion läuft.
April 2005: Der A380 meistert von Toulouse aus seinen Jungfernflug.
Juni 2005: Airbus kündigt an, dass sich die ersten Auslieferungen um bis zu sechs Monate verzögern werden. Grund: Probleme mit Elektronik und Kabine.
2. Juli 2006: Noël Forgeard, Co-Chef der Mutter EADS, und Airbus-Chef Gustav Humbert treten zurück.
September 2006: Der A380 absolviert seinen ersten Flug mit Passagieren. Am selben Tag verliert Charles Champion, Chef des A380-Programmes, seinen Job.
September 2006: Airbus kündigt neue Verzögerungen an; das Projekt liegt nun ein Jahr hinter dem Zeitplan zurück.
Oktober 2006: Airbus verschiebt die ersten Auslieferungen um ein weiteres Jahr. Damit liegt man zwei Jahre zurück.
September 2007: British Airways bestellt zwölf A380.
Oktober 2007: Singapore Airlines erhält mit Verzögerung den ersten A380.
Juli 2008: Erstauslieferung eines A380 in Hamburg an Emirates. Die Airline nimmt den Jet in den Linienflugbetrieb.
November 2010: A380-Jets müssen wegen Triebwerksproblemen notlanden.
Januar 2012: Qantas und Singapore Airlines entdecken Risse an Tragflächen.
Mai 2012: Die Haarrisse beim A380 verursachen große Kosten. Sie summieren sich bis dahin auf 263 Millionen Euro.
November 2012: Wegen Triebwerksproblemen muss ein A380 notlanden.
Dezember 2014: Fabrice Brégier, Chef der Flugzeugsparte, weist Spekulationen über ein Aus des A380 zurück.
Juli 2016: Das Management von Airbus stellt sich vorübergehend auf eine deutliche Abschwächung der Nachfrage ein.
Dezember 2017: Airbus erwägt eine Drosselung der Produktion auf sechs bis sieben Maschinen pro Jahr. Der Höhepunkt hatte bei 30 Flugzeugen gelegen.
Januar 2018: Die Fluggesellschaft Emirates bestellt 20 Maschinen und rettet damit vorerst die Zukunft des Fliegers.
März 2018: Airbus kündigt den Abbau von bis zu 3720 Stellen an. Die Produktion war von zwölf Maschinen (2018) auf acht (2019) zurückgefahren worden.
Oktober 2018: Emirates setzt den A380 erstmals von Hamburg nach Dubai ein.
31. Januar 2019: Emirates erwägt, einige A380-Aufträge in Orders für den kleineren A350 umzuwandeln.
7. Februar 2019: Qantas zieht ihre Order zum Kauf von acht A380 zurück.
14. Februar 2019: Airbus kündigt das Aus für den Riesenjet an.