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Gibt es bald einen Flug von Hamburg nach Doha?

Qatar-Airways-Chef Akbar al Baker mit
einem A350-Modell.

Qatar-Airways-Chef Akbar al Baker mit einem A350-Modell.

Foto: picture alliance / Marina Lystse

Europa öffnet Luftraum für Qatar Airways. In Hamburg stößt das Abkommen auf eine positive Resonanz. Airport führt bereits Gespräche.

Hamburg.  Als weltweit am schnellsten wachsende Fluggesellschaft bezeichnet sich Qatar Airways auf ihrer Homepage. Mit gut 230 Maschinen werden mehr als 160 Ziele angeflogen. Hamburg fehlt bislang. Doch das könnte sich bald ändern. Denn ein Luftfahrtabkommen mit der Europäischen Union bietet Qatar Airways neue Chancen.

Anfang dieser Woche verkündeten die EU und das Emirat eine „historische Vereinbarung“, wie Qatar mitteilte. Als ein Resultat davon haben alle Fluglinien der 28 EU-Staaten und Katars unbeschränkten Marktzugang in der jeweils anderen Region. Das heißt: Die katarische Fluglinie darf so viel in die EU fliegen, wie sie will. Bisher war die Zahl der Flüge auf 35 pro Woche gedeckelt. Beide Seiten vereinbarten das Einhalten sozialer Standards, Kundenrechte und fairen Wettbewerb. Häufig kritisierten europäische Fluglinien wie Lufthansa, dass die Golf-Airlines Subventionen vom Staat bekämen. Das soll mit der neuen Regelung ausgeschlossen werden. Offiziell unterzeichnet werden soll der Pakt noch im Laufe dieses Jahres.

Am Hamburger Flughafen stößt das Abkommen auf eine positive Resonanz. „Wir begrüßen eine Liberalisierung in diesem Bereich“, sagte Jörgen Kearsley, Bereichsleiter Aviation Marketing, dem Abendblatt. Seit Jahren versucht der Flughafen, die Langstrecke zu stärken und neue Direktverbindungen zu gewinnen. „Qatar Airways gehört zu jenen Airlines, mit denen wir in Gesprächen sind“, sagte Kearsley.

„Die Attraktivität Dohas wird gesteigert“

Qatar-Chef Akbar al Baker betonte zuletzt immer wieder sein Interesse an einem Linienflug in die Hansestadt. Dem Branchendienst Aerotelegraph sagte er im Mai 2018, welche deutschen Flughäfen interessant wären: „Düsseldorf und Hamburg. Wir wollen je einen Flug pro Tag dorthin durchführen.“ Luftfahrtexperte Cord Schellenberg hält die Einführung einer solchen Verbindung für wahrscheinlich: „Hamburg ist eine wirtschaftlich wohlhabende Region, die die Strecke mit Privat- und Geschäftsreisenden füllen könnte.“ Bisher flögen viele Wirtschaftsreisende nach Berlin, zusammen mit München und Frankfurt die deutschen Qatar-Ziele.

„Die Attraktivität Dohas wird durch den neuen Flughafen gesteigert“, sagt Schellenberg. Vor fünf Jahren wurde der Hamad International Airport eingeweiht. 2017 nutzten rund 35 Millionen Passagiere das Drehkreuz, häufig um nach Australien, Asien oder Afrika weiterzufliegen. Tendenz steigend. Damit verfolgen die Katarer eine ähnliche Strategie wie Emirates mit Dubai. Dass sich Emirates und Qatar auf der Hamburg-Strecke Passagiere wegnehmen, glaubt Schellenberg nicht: „Emirates hat einen hohen Anteil an Kreuzfahrtpassagieren, Dubai ist ein beliebter Ein- und Ausschiffungsort geworden.“ Bis Qatar gen Fuhlsbüttel fliegt, dürfte es ohnehin dauern. Langstrecken brauchen eine Vorlaufzeit, allerfrühestens zum Winter könnte es aus seiner Sicht los gehen.