Online-Handel

Hamburger bestellen zunehmend Lebensmittel im Internet

Häufiges Bild an Hamburgs Haustüren: Eine Kundin nimmt ein im Internet bestelltes Paket in Empfang.

Häufiges Bild an Hamburgs Haustüren: Eine Kundin nimmt ein im Internet bestelltes Paket in Empfang.

Foto: Imago/MiS

Wofür die Hamburger ihr Geld im Internet ausgeben. Einige Dinge werden aber weiter am liebsten im Geschäft gekauft.

Hamburg. Jeder Hamburger hat im vergangenen Jahr durchschnittlich für gut 1000 Euro Waren im Internet bestellt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) am Dienstag in der Hansestadt vorgestellt hat. Demnach bestellten die Hamburger 2018 bei Online-Händlern Waren im Wert von 1,933 Milliarden Euro. Rechnet man noch die Bestellungen hinzu, die bei Versandhändlern per Fax, per Telefon oder auf einem Bestellzettel eingingen – auch das gibt es weiterhin – erhöht sich der Wert der Waren, die an Kunden in der 1,9-Millionen-Einwohner-Stadt geliefert wurden, sogar auf 1,987 Milliarden Euro.

Bundesweit liegt Hamburg damit ganz weit vorn. Zwar leben in der Hansestadt nur 2,2 Prozent der Bevölkerung Deutschlands, doch die Bestellungen der Hamburger machen drei Prozent des Gesamtumsatzes des Onlinehandels in Deutschland aus. Zum Vergleich: Die gut 3,6 Millionen Berliner bestellten online Waren im Wert von 2,5 Milliarden Euro, so die Studie. Pro Kopf also für knapp 700 Euro.

Hamburg steigert Umsatz besonders stark

In ganz Deutschland kletterte der Umsatz im Online- und Versandhandel laut der bevh-Studie, die auf Befragungen von 40.000 Verbrauchern basiert, im vergangenen Jahr auf etwa 68,1 Milliarden Euro. Gegenüber 2017 (62,15 Milliarden) war das ein Zuwachs um etwa zehn Prozent. In diesem Umfang wächst der Onlinehandel in Deutschland seit mehreren Jahren regelmäßig. Im Jahr 2014 hatte der Gesamtumsatz noch bei knapp 50,2 Milliarden Euro gelegen.

Trotz der zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheiten war unsere Branche 2018 wieder sehr erfolgreich“, sagte bevh-Präsident Gero Furchheim. Mittlerweile werde jeder achte im Einzelhandel umgesetzte Euro für Onlinebestellungen ausgegeben. Für 2019 erwartet der Verband nun ein weiteres Wachstum des Internethandels um mehr als zehn Prozent auf knapp 72 Milliarden Euro.

In Hamburg die Steigerungsraten 2018 teils deutlich größer. So hatte der gesamte Online-Umsatz 2017 erst einen Umfang von 1,341 Milliarden Euro, im Jahr darauf schoss er um annähernd 600 Millionen, also mehr als 40 Prozent nach oben. Das zeigt sich teils auch bei den bei Hamburger Onlineshoppern besonders beliebten Produkten. Sie orderten im vergangenen Jahr zum Beispiel allein Bekleidung für 470 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren Kleider, Hosen, Shirts im Wert von nur 248 Millionen Euro im Internet bestellt worden.

Kleidung vor Unterhaltungselektronik

Fashion ist damit noch vor Elektrogeräten und Unterhaltungselektronik die Produktgruppe mit dem höchsten Onlineumsatz. Und dem höchsten Onlineanteil am Gesamtumsatz der Branche. In Deutschland wird mittlerweile fast ein Drittel aller Klamotten digital bestellt und zumeist per Paket an den Kunden geliefert. Das Nachsehen haben Boutiquen und Textilhändler in den Innenstädten.

Mit 444 Millionen Euro gaben Onlineshopper aus Hamburg 2018 für Unterhaltungselektronik am zweitmeisten aus, 2017 waren es erst 278 Millionen gewesen. Umsätze im dreistelligen Millionenbereich machten Internetkunden aus der Hansestadt zudem mit Computern und Sofware (266 Millionen Euro), Büchern, E-Books und Hörbüchern (127 Millionen) sowie Haushaltswaren (107 Millionen). Gegenüber 2017 lag der Zuwachs bei diesen Produkten jeweils bei knapp, beziehungsweise mehr als 20 Prozent.

Um sogar mehr als 50 Prozent legte der Wert der Lebensmittelbestellungen im Internet zu. Doch dass Milch, Fleisch, Brot, Getränke, Gemüse und Obst per Smartphone oder PC geordert werden, ist weiterhin eher eine Ausnahme. Der Onlineumsatz mit Lebensmitteln lag 2018 in Hamburg bei gerade einmal 35 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es 22 Millionen gewesen.