Wirtschaft

Holländer kaufen Ökostrom-Anbieter Lichtblick komplett

Eneco übernimmt auch die zweiten 50 Prozent des Hamburger Energieversorgers, der 650.000 Haushalte mit Ökostrom beliefert.

Hamburg. Zwanzig Jahre nach der Gründung wird der Hamburger Ökostrom-Anbieter Lichtblick komplett an das niederländische Energieunternehmen Eneco verkauft. Das gaben beide Unternehmen am Mittwochabend bekannt. Zuvor waren die Lichtblick-Mitarbeiter informiert worden.

„Eneco hat auch die zweiten 50 Prozent unseres Unternehmens erworben. Damit ist Lichtblick eine 100-Prozent-Tochter von Eneco“, hieß es in einer internen Mail, die dem Abendblatt vorliegt. Danach soll Lichtblick als eigenständiges Firma und Marke erhalten werden. Bereits Anfang 2017 hatten die Holländer 50 Prozent der Anteile von Deutschlands größtem Öko-Strom- und Ökogas-Anbieter übernommen. Ziel der Partnerschaft, hatte es damals geheißen, sei Wachstum in den Heimatmärkten sowie in europäischen Nachbarländern. Über den Preis war Stillschweigen vereinbart worden.

Lichtblick hat 460 Mitarbeiter vor allem in Hamburg

Jetzt haben die privaten Gesellschafter, darunter die Mitgründer Heiko von Tschischwitz und Michael Saalfeld sowie der Lichtblick-Geschäftsführer Wilfried Gillrath, sich entschlossen, auch den Rest der Firmenanteile zu veräußern. „Wir entwickeln Lichtblick als Pionier und Marktführer in Deutschland weiter“, sagte Gillrath nach der Bekanntgabe.

Lichtblick beliefert rund 650.000 Haushalte mit Ökostrom und hat 460 Mitarbeiter vor allem in Hamburg. 2017 erzielte der Energieversorger einen Umsatz von 700 Millionen Euro. Der neue Eigner hat 6000 Mitarbeiter und 4,2 Millionen Kunden. 2017 lag das operative Ergebnis (Ebit) bei 158 Millionen Euro. Der drittgrößte Energieversorger der Niederlande ist bislang in öffentlicher Hand, soll aber privatisiert werden. Als mögliche Interessenten werden unter anderem die französischen Konzerne Total und Engie gehandelt.