Versicherer

Allianz erhält Abmahnung von Verbraucherzentrale Hamburg

Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte

Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte

Foto: dpa

Hintergrund ist ein Vertrag über eine Kapitallebensversicherung, der offenbar rückabgewickelt werden kann.

Hamburg.  Die Verbraucherzentrale Hamburg geht gegen die Allianz vor. Hintergrund ist ein Vertrag über eine Kapitallebensversicherung, der nach Ansicht der Verbraucherschützer wegen eines Fehlers in der Widerspruchsbelehrung rückabgewickelt werden kann. Der Versicherer lehnte das gegenüber dem Kunden aber ab. Deshalb hat die Verbraucherzentrale Hamburg die Allianz Lebensversicherung abgemahnt.

Nach Auffassung der Verbraucherzentrale Hamburg ist ein Widerspruch möglich und der Versicherungskonzern verpflichtet, die geleisteten Prämien plus Zinsen an die betroffenen Versicherten auszuzahlen. Der Bundesgerichtshof hatte die umstrittene Widerspruchsbelehrung des Versicherers für unwirksam erklärt, weil Verbrauchern darin eine Widerspruchsfrist von einem Monat eingeräumt wird, obwohl zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ein Zeitraum von 30 Tagen galt.

Weitere Abmahnungen

Ein Monat kann aber auch 28 oder 29 Tage haben. „Das Urteil des Bundesgerichtshof ist eindeutig und trotzdem fegt die Allianz die Ansprüche von Verbrauchern einfach vom Tisch“, sagt Christian Biernoth, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Hamburg.

Auch die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung und die Neue Leben Lebensversicherung hat die Verbraucherzentrale Hamburg bereits abgemahnt, weil sie sich aus ihrer Sicht über Urteile des Bundesgerichtshofes hinweggesetzt hatten.