Riesen-Airbus

Der A380 macht Probleme am Hamburg Airport

A380 fliegt ab Hamburg – der Mega-Jumbo von innen

Immer um 21 Uhr startet das größte in Serie gebaute Passagierflugzeug der Welt in Fuhlsbüttel. One way gibt es Tickets für etwa 500 Euro. In der First Class kostet es zehnmal mehr, aber dafür wird auch Einiges geboten.

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Bürgerinitiative: Der Emirates-Jet hebt nie pünktlich ab, und wenn er startet, sorgt er für eine „kritische Sicherheitslage“.

Hamburg.  Es war ein großer Bahnhof, den der Hamburger Flughafen dem größten Passagierflugzeug der Welt Ende Oktober bereitete. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) betonte auf dem Flugfeld in Fuhlsbüttel die immense Bedeutung des Flugverkehrs für die Stadt, Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler sagte: „Wir freuen uns, den A380 jetzt hier täglich begrüßen zu können“, die Flughafenfeuerwehr besprühte den Riesen-Airbus der Gesellschaft Emirates zur Feier des Tages mit Wasser aus ihren größten Löschkanonen.

Doch fünf Wochen nach der aufsehenerregenden Premiere der regelmäßigen Flugverbindungen zwischen der Hansestadt und Dubai mit dem größten Airbus-Modell, das mehr als 500 Passagiere transportieren kann, stellt sich heraus: Der Riesenflieger bereitet dem Airport bei seinen Starts am Abend, die im Flugplan für 21 Uhr verzeichnet sind, durchaus Probleme.

An drei Tagen startete Emirates erst nach 22 Uhr

Nach Angaben der Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW) hat der A380 zwischen 30. Oktober und 30. November an noch keinem einzigen Tag planmäßig in Fuhlsbüttel abgehoben. „An drei Tagen erfolgte der Start erst nach 22 Uhr, nämlich um 22.13, 22.14 sowie um 22.19 Uhr“, sagt BAW-Sprecher Martin Mosel. Die Initiative beruft sich dabei auf offizielle Daten des Flughafens sowie auf eigene Messungen und Beobachtungen. Im Durchschnitt sei der A380 mit 30 Minuten Verspätung gestartet, sagt Mosel.

Zudem darf der A380 laut BAW derzeit nicht in Richtung Niendorf abheben. Eine „kritische Sicherheitslage“, so die Initiative, habe dazu geführt, dass die Startbahn für den A380 gesperrt worden sei. Der Grund: „erhebliche Erosionen und herausgerissene Steine auf dieser Piste“. Die Initiative beruft sich dabei auf die Fluglärmschutzbeauftragte der Hamburger Umweltbehörde. Die Starts erfolgten derzeit verstärkt über Langenhorn, Lemsahl und Norderstedt. Die Bewohner dort würden zusätzlich durch Lärm belastet.

Hamburg Airport weiß nichts von einer Gefährdung

Hamburg Airport widerspricht dieser Darstellung allerdings. „Es gibt und es gab keine Gefährdung“, sagt Sprecherin Janet Niemeyer. Starts Richtung Niendorf fänden derzeit tatsächlich nicht statt, es gebe jedoch keinerlei Schäden am Beton und Asphalt der Startbahn. Auf den Grünflächen drum herum wirbele der Riesenflieger aber tatsächlich Staub, Dreck und Erde auf. Hintergrund nach Angaben der Flughafensprecherin: Nach der Sanierung des Vorfeldes in dem Bereich, in dem der A380 für gewöhnlich auf der Startbahn Schub gibt, seien die Grünflächen neu eingesät worden, der Boden aber noch nicht ausreichend gefestigt.

Doch eine Lösung sei in Sicht. Es liege bereits eine Genehmigung der zuständigen Behörden vor, die Startposition des A380 etwas zu verlegen, so dass das Problem nicht mehr auftreten könne. Nun müssten allerdings noch neue Markierungen geschaffen und die Airline über die Änderungen informiert werden. „Voraussichtlich noch vor Weihnachten werden auch wieder Starts Richtung Niendorf möglich sein“, sagt Niemeyer.

Flughafensprecherin: „Häufig startet der Flug pünktlich“

Dass der A380 beim Start in Fuhlsbüttel eine hundertprozentige Verspätungsquote habe, weist die Airportsprecherin ebenso vehement zurück, räumt aber ein: „In dem einen oder anderen Fall hat es Verspätungen gegeben.“ Die drei von der BAW registrierten Starts nach 22 Uhr, bestätigt Niemeyer, sagt aber auch: „Häufig startet der Flug pünktlich.“ Regelmäßig mehr als 500 Passagiere über vier Fluggastbrücken in das eine Flugzeug zu bringen, läuft offensichtlich nicht immer reibungslos. „Wir spielen uns da ein“, beschreibt Niemeyer den Stand der Dinge. Und: An einigen Tagen habe Emirates bereits eine A380-Version ab Hamburg eingesetzt, die sogar mehr als 600 Passagiere transportieren kann.

Die unterschiedlichen Angaben zu verspäteten Abflügen beruhen in großen Teilen auf einer unterschiedlichen Interpretation des im Flugplan genannten Zeitpunkts 21 Uhr. „Für mich ist das die Startzeit. Im Fahrplan der Bahn steht ja auch, wann der Zug losfährt“, sagt Initiativensprecher Mosel.

Flughafensprecherin Niemeyer dagegen betont, dies sei die sogenannte Block-Off-Zeit, also der Moment, an dem sich das Flugzeug vom Terminal Richtung Startbahn fortbewegt. Und das sei bei einem guten Viertel der A380-Flüge nach Erhebungen des Airports noch vor 21 Uhr der Fall gewesen, in weiteren 50 Prozent der Flüge zwischen 21 Uhr und 21.14 Uhr. Die anderen knapp 25 Prozent der A380-Flüge kamen aber erst später los. Doch selbst der bislang späteste Start, betont Niemeyer, sei innerhalb der regulären Betriebszeit erfolgt.