Sanierungsprogramm

Modekonzern Esprit will Läden schließen

Filiale der Modekette Esprit (Symbolbild)

Filiale der Modekette Esprit (Symbolbild)

Foto: Imago/Horst Galuschka

In Hamburg betreibt Esprit allein rund ein Dutzend Shops. Ein Wachstum sei künftig vor allem in China geplant.

Hamburg.  Falsche Farben, falsche Schnitte, falsche Strategie: Der Modekonzern Esprit steckt in der Krise. Nun plant das Management unter dem neuen Chef Anders Kristiansen ein Sanierungsprogramm für das tief in die Verlustzone gerutschte Unternehmen. Vorgesehen ist etwa die Schließung von unrentablen Läden und die Verschlankung der Organisation, wie das Unternehmen ankündigte. Mit Vermietern von 28 Läden in Europa würden bereits Gespräche über Vertragsauflösungen geführt, sagte ein Sprecher dem Abendblatt. Diese Zahl könne aber noch steigen. In Hamburg betreibt Esprit allein rund ein Dutzend Shops. Zudem sei geplant, die Beschäftigtenzahl außerhalb der Läden um 40 Prozent zu verringern, hieß es.

Esprit beschäftigt in Deutschland rund 2800 Vollzeit-Mitarbeiter, davon knapp 1600 in den Geschäften und 1200 in der Verwaltung. Weltweit sind es 6400 Vollzeit-Beschäftigte. Hierzulande betreibt der Modekonzern mit Firmensitz im nordrhein-westfälischen Ratingen und Börsennotierung in Hongkong noch 140 eigene Läden. Deutschland ist damit der wichtigste Markt des Modekonzerns, der im Geschäftsjahr 2017/18, das am 30. Juni endete, hierzulande gut die Hälfte seines Umsatzes von insgesamt knapp 15,5 Milliarden Hongkong Dollar (1,74 Milliarden Euro) erwirtschaftete.

Wachstum in China geplant

Ein Wachstum sei künftig vor allem in China geplant, kündigte das Unternehmen an. Bislang erwirtschaft der in weltweit mehr als 40 Ländern vertretene Modekonzern noch rund 87 Prozent seiner Umsätze in Europa. Die Gewerkschaft Ver.di fürchtet unterdessen massive Einschnitte vor allem in Deutschland. „Wir haben keine Informationen, was konkret geplant ist“, beklagte Ver.di-Sprecher Cosimo-Damian Quinto. Es könne nicht sein, dass man expandiere und die Betriebsräte im Sinne einer Beschäftigungssicherung nicht mit einbeziehe. Ein Unternehmenssprecher verwies dagegen auf laufende Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern.

Im schärfer werdenden Verdrängungsmarkt will das Unternehmen künftig verstärkt auf Qualität setzen. Esprit sei keine Fast-Fashion-Marke und kein Discounter, hieß es. Dabei räumte der Modekonzern auch hausgemachte Fehler ein, etwa beim Sortiment oder beim Image der Marke.