Onlinehändler

Otto-Konkurrent aus der Schweiz nun in Bahrenfeld

Der Onlinehandel boomt (Symbolbild)

Der Onlinehandel boomt (Symbolbild)

Foto: Imago/MiS

Galaxus bezieht Deutschland-Zentrale in Hamburg und will wachsen. Noch vor dem Weihnachtgeschäft soll es losgehen.

Hamburg.  Das Sortiment umfasst mehr als zwei Millionen Produkte und reicht von der Baumschere bis zur Erotikwäsche. Im vergangenen Jahr erzielte Galaxus, der größte Onlinehändler der Schweiz, damit einen Umsatz von 861 Millionen Franken (752 Millionen Euro). Für dieses Jahr erwartet das Unternehmen einen Zuwachs der Erlöse im zweistelligen Prozentbereich – und expandiert nach Deutschland. In wenigen Wochen und rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft solle der deutsche Galaxus-Shop online gehen, heißt es in der Unternehmenszentrale in Zürich.

Gesteuert wird das Deutschland­geschäft von Hamburg aus. Galaxus-Deutschland-Geschäftsführer Frank Hasselmann hat mit zunächst zehn Mitarbeitern­ die Büros an der Schützenstraße in Bahrenfeld bezogen, in der Anfangsphase­ erhalten sie personelle Unterstützung aus der Schweiz. Dort hat Galaxus nach eigenen Angaben etwa 1300 Mitarbeiter.

Zunächst einige Zehntausend Artikel

„Für Hamburg haben wir uns hauptsächlich wegen der Rekrutierung entschieden. Wir wollen davon profitieren, dass die Stadt für E-Commerce-Spezialisten enorm attraktiv ist“, sagt Hasselmann. Platz bietet das Hamburger Büro für bis zu 40 Beschäftigte. „Je nach Wachstumstempo werden wir früher oder später ausbauen müssen“, heißt es am Stammsitz in Zürich. Dort wird der eigene Unternehmensname ganz selbstbewusst in einem Atemzug mit den großen Konkurrenten Amazon und Otto genannt.

Starten will Galaxus mit zunächst einigen Zehntausend Artikeln aus den Bereichen Unterhaltungselektronik, IT und Telekommunikation. Kategorien wie Haushalt, Spielwaren oder Möbel sollen schnell folgen. Das Sortiment werde sich aber von dem in der Schweiz unterscheiden, weil Galaxus Deutschland direkt bei deutschen Herstellern und Händlern einkaufen werde, sagt Hasselmann.

Deshalb werden sich absehbar auch die Preise von denen im Schweizer Online-Warenhaus unterscheiden. „Wir orientieren uns in der Preisgestaltung an den relevanten Mitbewerbern im deutschen Markt“, sagt Hasselmann. Andernfalls hätten die Schweizer wohl auch wenig Aussichten auf Erfolg, wie das Beispiel einer 150-Milliliter-Dose Nivea-Creme zeigt. Im Schweizer Galaxus-Onlineshop kostet die umgerechnet knapp 4,90 Euro. In deutschen Onlineshops wird für die Dose mit 2,19 Euro weniger als die Hälfte aufgerufen.