Nusa Dua

Währungsfonds: Finanzmärkte sind stabil, aber anfällig

Nusa Dua. Aus Sorge vor einer neuen Finanzkrise und einem wachsenden Wohlstandsgefälle warnt der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einer Lockerung der Regeln für die Finanzmärkte. Unter der geltenden Regulierung seien die Märkte und Finanzinstitute zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise stärker als zuvor, sagte Tobias Adrian, Direktor für Geld- und Kapitalmärkte beim IWF, am Mittwoch in Nusa Dua (Indonesien). Allerdings seien neue Risiken hinzugekommen, etwa extrem hohe Immobilienpreise in Weltstädten wie London oder New York. Die weltweiten Handelsstreitigkeiten und das dadurch sinkende Vertrauen von Investoren etwa in China könnten außerdem zum Problem werden.

Hoher Schuldenstand im Bankensektor

Nach Berechnungen von Welthandelsorganisation (WTO) und IWF würden China und die USA selbst zu den Verlierern zählen, sollte es zu einem ausgewachsenen Handelskrieg kommen. Bei Anwendung der bisher eingeführten und angekündigten Maßnahmen würden die USA nach IWF-Berechnung 0,9 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung einbüßen und China 0,6 Prozent.

Bei einem vollen Handelskrieg würde der WTO zufolge das internationale Handelsvolumen um bis zu 17,5 Prozent sinken – mit durchschlagender Wirkung auf die Weltwirtschaft. Durchschnittlich würde jedes Land 1,9 Prozent an Wirtschaftsleistung verlieren. Ein großes Problem ist Adrian zufolge auch der hohe Schuldenstand, vor allem außerhalb des Bankensektors. Gemeinsam wiesen 29 Länder mit großen Finanzsektoren einen Schuldenstand von 250 Prozent ihres zusammengerechneten Bruttoinlandsproduktes auf.