Hamburg

Handelskammer: Streit um Prämie von 33.000 Euro

Kritiker werfen Chefin Christi Degen Alleingang vor. Kommt es deshalb zur Abberufung?

Hamburg. Wenn das Plenum der Handelskammer heute zusammentritt, muss es weitreichende Entscheidungen treffen. Am brisantesten ist allerdings ein Punkt, der auf der Tagesordnung gar nicht auftaucht: Es geht um die Arbeit der Hauptgeschäftsführerin, Christi Degen, und letztlich auch um ihren Verbleib in der Handelskammer. Ein Teil des Plenums und des Präsidiums der Kammer werfen ihr Pflichtverletzung vor. Sogar über eine fristlose Kündigung Degens denken Kritiker nach.

Dabei geht es um den Abschied der langjährigen Geschäftsführerin für Internationales, Corinna Nienstedt. Deren Geschäftsbereich war im Zuge der Umstrukturierung der Kammer aufgelöst worden. Nienstedt zog daraus die Konsequenzen, gab ihre Stelle auf und wechselte – wie berichtet – ins Staatsamt des Senats. Besiegelt wurde dies mit einem Aufhebungsvertrag, den Degen unterzeichnete. Und genau das wird ihr nun angelastet. Denn obgleich Nienstedt freiwillig ging, wurde ihr in dem Vertrag eine Prämie in Höhe von etwa 33.000 Euro zugesprochen.

Diesen Deal, so die Degen-Kritiker, hätte die Hauptgeschäftsführerin gar nicht alleine unterzeichnen dürfen. Schließlich gehe es um Mitgliedsbeiträge, die völlig ohne Grund verschwendet würden. Degen wurde aufgefordert, das Geld zurückzuholen, und dem Plenum zu berichten. Die Geschäftsführerin selbst gibt sich kämpferisch. Die Prämienzahlung werde rechtlich geprüft, sagte Degen dem Abendblatt „Die Handelskammer steht aber dafür, dass sie ein seriöser, sozialer Arbeitgeber ist, der seine Mitarbeiter gut behandelt. Auch wenn es zu einer Trennung kommt.“ Die Kritik an ihrer Person ficht sie nicht an: „Es wird von einem Einzelnen immer wieder versucht, mir das Leben schwer zu machen. Dabei sind wir im Reformprozess auf einem sehr guten Weg.“

Schützend vor Degen stellt sich derweil Handelskammer-Präses Tobias Bergmann, der zwar den Umgang mit Nienstedts Vertrag „unglücklich“ findet, ansonsten Degen bei ihrem schweren Job der Kammer-Restrukturierung voll unterstützt. Eine Kündigung Degens lehnt er ab. „Frau Degen kann nur durch das Plenum abberufen werden. Ein solcher Antrag liegt mir nicht vor“, sagte er dem Abendblatt. Womöglich muss nun das Plenum entscheiden, ob es den Kritikern folgt oder Christi Degen ihren Job weiterhin behält.