Wirtschaft

Vor 21 Jahren gestartet – weltweit aktiv

1997 wurde das Unternehmen Velotaxi von Ludger Matuszewski in Berlin gegründet. Ziel war es, ein neues umweltgerechtes Nahverkehrssystem zu etablieren, das sich über den Fahrpreis und Firmenwerbung an den Fahrrädern finanziert.

Auf die Idee war Matuszewski während eines einjährigen Sabbaticals gekommen, als er weltweit alternative Beförderungsmöglichkeiten in Großstädten kennenlernte. Da seiner Meinung nach keine Chance bestand, die in Asien weit verbreiteten und von Menschen gezogenen Rikschas auch in Deutschland zu etablieren, entwickelte er ein neues und einzigartiges Fahrzeug.

Im Gegensatz zur Rikscha wird das Velotaxi nicht vom Fahrer gezogen, sondern durch seine Muskelkraft angetrieben.

Da die Entwicklung und der Bau der Velotaxis mit enormen Kosten verbunden war, kam Matuszewski auf die Idee, das Velotaxi als Werbefläche für Unternehmen anzubieten und so Geld zu verdienen.

Für die Expo in Hannover 2000 entwickelte Matuszewski eine neue, futuristische Version seines Velotaxis in Eiform: den City Cruiser mit neu entwickelter Kabine und elektrischem Hilfsmotor. Die Begeisterung der Besucher war groß und löste ein weltweites Interesse aus. Angesichts zahlreicher Anfragen aus anderen Städten entschloss sich Matuszewski, seine Taxis und das Firmenkonzept weltweit anzubieten.

Weltweit gibt es Velotaxis inzwischen in mehr als 50 Ländern. Schätzungsweise 1800 CityCruiser sind auf der ganzen Welt im Einsatz. Produziert werden die Velotaxis von der Bayk AG in Pielenhofen in der Nähe von Regensburg. Ein City Cruiser kostet rund 10.000 Euro.

Kooperation statt Franchisesystem nennt Velotaxi sein etwas anderes Geschäftsmodell. „Wir firmieren unter der gleichen Marke, haben aber individuelle unternehmerische Spielräume“, sagt Carina Heinz. Sie ist Geschäftsführerin und Inhaberin der Velotaxi Generalvertretung Deutschland. Matuszewski hat sich 2008 aus dem Geschäft zurückgezogen.

Der Umsatz von Velotaxi Deutschland liegt bei knapp unter einer Million Euro.