Hamburg

Nachtflüge: Politik kritisiert Chef des Flughafens

Hamburgs Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler hat sich mit seiner jüngsten Äußerung zu den Nachtflügen Kritik aus der Politik zugezogen. „Das Ziel muss es sein, bei den Flugbewegungen zwischen 23 und 24 Uhr auf jeden Fall unter die magische Zahl 1000 zu kommen“, hatte Eggenschwiler gesagt. Im vergangenen Jahr waren es 1038 Maschinen, die in der letzten Stunde des Tages starteten und landeten. 2014 waren es nur 570, der Zehnjahresmittelwert liegt bei 707. Bis August waren es in diesem Jahr schon 876. Politiker verschiedener Parteien halten die Zielmarke von weniger als 1000 für viel zu gering.

Sogar im Senat plädiert Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) für eine Verbesserung bei den späten Flügen: „Es ist unser Ziel, die Verspätungen nach 23 Uhr deutlich zu senken. Die aktuell gültige Zielzahl liegt bei 550 pro Jahr. An dieser Zahl orientieren wir uns.“

„Die magische Zahl von 1000 ist wenig ambitioniert für den Flughafen. 1000 ist deutlich zu hoch“, sagte Dennis Thering, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion: „Wir erwarten eine deutliche Absenkung der Verspätungen.“ Dabei stehe seine Partei zu den Betriebszeiten von 6 bis 23 Uhr und der Verspätungsregelung. Nach dieser dürfen Ankünfte und Abflüge, die bis 23 Uhr geplant waren, bis 24 Uhr stattfinden, wenn es dafür „unvermeidbare Gründe“ gibt. Thering forderte Gespräche mit den Airlines, dass diese ihre Umläufe mit mehr Puffer planen.

In eine ähnliche Kerbe schlägt der FDP-Abgeordnete Kurt Duwe. Lediglich die Marke von 1000 Flügen unterschreiten zu wollen, „kann nicht der Anspruch sein. Die Airlines brauchen mehr Druck, Landezeiten nicht erst kurz vor 23 Uhr anzusetzen.“ Sonst seien verspätete Flüge programmiert. Für den Senat habe der Lärmschutz für Anwohner nicht den Stellenwert, den er brauche.