Hamburg

Hamburger Wirtschaft bietet 930 Praktika an

Mehr praktische Arbeit, weniger Theorie sollen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Flüchtlinge profitieren

Hamburg will mit speziellen Maßnahmen Schulabgängern und Flüchtlingen den Einstieg in die berufliche Bildung erleichtern. Zwar gibt es noch viele freie Lehrstellen in Hamburg, aber häufig können sie nicht besetzt werden, weil die Bewerber nicht die Voraussetzungen dafür mitbringen oder sich unsicher sind, ob sie einer mehrjährigen Ausbildung gewachsen sind. Diesen Unsicherheiten soll mit einem betrieblichen Langzeitpraktikum begegnet werden. Dazu bieten die Hamburger Unternehmen derzeit 930 sogenannte Einstiegsqualifizierungen an, die in der Regel ein halbes Jahr dauern. Mit über 1,4 Millionen Euro werden diese Plätze von der Agentur für Arbeit Hamburg und dem Jobcenter gefördert.

„Die Erfolgsquote ist hoch, rund 75 Prozent der Teilnehmer können anschließend in eine reguläre Ausbildung vermittelt werden“, sagt Sönke Fock, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. Die Einstiegsqualifizierung sei unbürokratisch, biete überwiegend praktische Arbeit und überfordere die jungen Leute nicht gleich mit Theorie und Schulstress.

In den Hamburger Unternehmen werden pro Jahr etwa 14.000 neue Ausbildungsverträge unterzeichnet. Für jugendliche Bewerber, die aufgrund schulischer oder sprachlicher Schwächen keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, stellt die Einstiegsqualifizierung einen idealen Einstieg in das Berufsleben dar. Die über 900 Plätze werden in Branchen wie Einzelhandel, Gastronomie oder der Altenpflege angeboten.

Die Deutsche Bahn in Hamburg hat mit der Einstiegsqualifizierung für Flüchtlinge gute Erfahrungen gemacht. Alle 13 Teilnehmer des Kurses konnten jetzt eine Berufsausbildung zum Mechaniker, Elektroniker oder Gleisbauer beginnen. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, Menschen, die nach Deutschland kommen, gut in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagt Manuela Herbort, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn (DB). Insgesamt beginnen 190 Schulabgänger in diesem Jahr eine Ausbildung bei der DB in Hamburg.