Hamburg

Heftige Kritik an Hamburger Kammer-Chefin

Bisheriger Unterstützer von Präses Tobias Bergmann wirft Christi Degen Inkompetenz vor

Hamburg.  Aus einer unerwarteten Richtung hat die neue Führung der Handelskammer Hamburg jetzt massive Kritik einstecken müssen: Kai Boeddinghaus, Geschäftsführer des Bundesverbands für freie Kammern, ist als Unterstützer des Reformkurses bekannt, den der seit eineinhalb Jahren in der Hansestadt amtierende Kammer-Präses Tobias Bergmann vertritt. Doch Boeddinghaus greift die von Bergmann berufene Hauptgeschäftsführerin Christi Degen – ohne sie namentlich zu nennen – nun scharf an. „Die neue Chefin erweist sich als alles andere als ein Reformmotor“, so Boeddinghaus.

Er wirft ihr zudem einen „bösen Fehler“ vor. Mit dem Versand der Beitragsbescheide im August 2018 habe das „Hauptamt“ (gemeint ist Degen) jetzt „Inkompetenz“ und „mangelnde Reformbereitschaft“ unter Beweis gestellt. Denn in der rechtlichen Belehrung der Bescheide tauche ein „Vorläufigkeitsvermerk“ auf, in dem auf zwei laufende Verfahren beim Oberverwaltungsgericht (OVG) verwiesen wird, deren Ausgang zu einer – möglicherweise auch rückwirkenden – Anpassung der Beiträge führen könnte. „Tatsächlich aber ist eines der dort angegebenen Verfahren mittlerweile längst rechtskräftig zugunsten des Klägers abgeschlossen“, so Boeddinghaus. „Bis heute – sechs Monate nach der Entscheidung des OVG Hamburg – hat sich die Handelskammer zu den notwendigen Konsequenzen aus dem Urteil nicht geäußert.“

Nach Auffassung von Boeddinghaus leidet der „notwendige, lange überfällige Reformprozess“ in der Handelskammer daran, „dass es dem Ehrenamt bis heute nicht gelungen ist, sich im Hauptamt einer zuverlässigen und loyalen Unterstützung zu versichern“. Es sei zu wünschen, „dass das Ehrenamt mit dem gleichen Elan, der gleichen Energie, mit der der Wahlkampf geführt und die Wahl gewonnen wurde, nun dem Chaos, der Inkompetenz und der Sabotage im Hauptamt entgegentritt“.