Hamburg

23 Prozent weniger Büros in Hamburg vermietet

Makler in Hamburg verweisen auf fehlende Flächen. Olympus Campus in der City Süd ist der größte Abschluss im zweiten Quartal

Hamburg. Die Hamburger Unternehmen werden bei der Neuanmietung von Büroflächen zurückhaltender. Im ersten Halbjahr wurden in der Hansestadt 250.000 Quadratmeter neu vermietet, berichtet das Maklerhaus Jones Lang LaSalle (JLL). Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang von 23 Prozent. Nur Köln schnitt unter den sieben großen Büromärkten in Deutschland mit einem Rückgang von 26 Prozent noch schlechter ab. Zu den sieben großen Märkten gehören neben Hamburg und Köln: München, Stuttgart, Frankfurt, Berlin und Düsseldorf.

Doch aus Sicht der Gewerbemakler ist das kein Grund zur Besorgnis. „Die Nachfrage nach neuen Flächen ist weiterhin hoch“, sagt Tobias Scharf von JLL. „Doch bis 2021 gibt es eine Angebotsflaute.“ Auch andere Makler bestätigen diesen Trend: „Für Nutzer wird es spürbar schwieriger, geeignete Flächen zu finden“, sagt Andreas Rehberg, Geschäftsführer von Grossmann & Berger. Das liegt auch an der niedrigen Leerstandsrate von 3,9 Prozent. Damit stehen nur noch Flächen von rund 540.000 Quadratmetern zur Verfügung. Doch häufig passen sie nicht zu den Ansprüchen der Mieter, die umziehen wollen.

Bei gleichbleibender Markdynamik werden die Fertigstellungen in den kommenden zwei Jahren in Hamburg nicht zu einer Erhöhung des Büroflächenangebots und somit zu einer Marktentspannung beitragen. 2018 und 2019 werden aller Voraussicht nach insgesamt rund 330.000 Quadratmeter Bürofläche fertiggestellt. Davon sind bereits rund 60 Prozent vermietet. Somit werden in Hamburg innerhalb von zwei Jahren lediglich noch 135.000 Quadratmeter freie Büroflächen zur Verfügung gestellt. Zum Vergleich: Im Schnitt der vergangenen fünf Jahre wurden in Hamburg jährlich 540.000 Quadratmeter neu vermietet.

Im zweiten Quartal gab es keine Neuvermietung über 10.000 Quadratmeter. Der größte Abschluss erfolgte für ein noch im Bau befindliches Bürogebäude am Heidenkampsweg in der City Süd. In dem Olympus Campus hat Design Offices rund 9000 Quadratmeter angemietet. Das Unternehmen bietet flexible Büroflächen an, die tageweise oder länger angemietet werden können. Nach Domplatz und Görttwiete ist es bereits der dritte Standort in der Hansestadt, der allerdings erst mit Fertigstellung des Gebäudes Ende 2020 bezogen werden kann. Der Maschinenbauer Harburg-Freudenberger mietete 7700 Quadratmeter in der Schlachthofstraße an. Auch die Lufthansa tätigte einen der größeren Mietabschlüsse im zweiten Quartal. In einem Neubau, dem Gebäude Hanse 10. Grad in Langenhorn, mietete die Lufthansa 5300 Quadratmeter. Der technische Dienstleister für Kommunikation und Energie SPIE bezieht zudem 4400 Quadratmeter im Deelbögenkamp 4 im Stadtteil Alsterdorf.

Nach Berechnungen von Grossmann & Berger ist die Durchschnittsmiete für Büroflächen (ohne Nebenkosten) im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent gestiegen. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt damit aktuell bei 15,70 Euro. Für das Gesamtjahr 2018 erwartet der Makler Angermann einen Flächenumsatz von insgesamt 516.000 Quadratmetern. „Das liegt an dem Missverhältnis zwischen der hohen Nachfrage und dem knappen Büroflächenangebot“, sagt Artur Kraft, Direktor bei Angermann.