Berlin

Experte sieht das neue Reiserecht als Rückschritt

Verbraucherschützer fürchten, dass Urlauber nach der Reform schlechter dastehen als zuvor

Berlin. Urlauber sollen bei Online-buchungen vom 1. Juli an besser ab­gesichert sein. Sonnenhungrige stehen durch das neue Reiserecht nach Einschätzung von Verbraucherschützer Felix­ Methmann aber in mehreren Punkten schlechter da als vor der Reform. „Der Standard in Deutschland war vor allem durch die Rechtsprechung sehr hoch. Insgesamt bedeutet das Gesetz eine Verschlechterung für Verbraucher“, sagte der Experte vom Verbraucherzen­trale Bundesverband (vzbv).

„Tagesreisen bis 500 Euro sowie Ferienhäuser und Ferienwohnungen von Reiseveranstaltern fallen nicht mehr unter das Reiserecht“, so Methmann. Urlauber, die mindestens zwei verschiedene Leistungen, etwa Flug und Hotel einzeln buchen, sollen Methmann zufolge einen minimalen Basisschutz erhalten. Pauschalurlauber bekommen bei Insolvenz des Veranstalters ihr Geld zurück, können bei Mängeln den Preis mindern und Schadenersatz verlangen. „Grundsätzlich gab es diesen Schutz durch die Rechtsprechung bereits für Bausteinreisen, wenn ein Urlauber im Reisebüro oder auf einem Portal verschiedene Leistungen zum Zweck einer Reise individuell zusammengestellt und gebucht hat“, erläuterte Methmann.

Künftig hafte der Vermittler nicht für Mängel, wenn er jede Leistung einzeln in Rechnung stelle und darauf hinweise, dass es sich nicht um eine Pauschalreise handele, sagte Methmann. „Der Vermittler muss sich dann nur noch gegen Insolvenz versichern. Und das auch nur, wenn er Kundengelder entgegennimmt. Damit stehen Urlauber schlechter da, als vor der Gesetzesänderung.“ Der Reiseverband DRV weist allerdings darauf hin, dass das vom Reisebüro vereinnahmte Kundengeld bislang nicht abgesichert gewesen sei.