Berlin

Bauern klagen über Ernteausfälle wegen Extremwetters

Berlin. Der Deutsche Bauernverband (DBV) rechnet wegen des extrem warmen Frühjahrs mit dramatischen Ernteausfällen und fordert aus diesem Grund Unterstützung für die Landwirte. „Wir haben in diesem Jahr den wärmsten Mai seit Wetteraufzeichnung erlebt“, sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied der Zeitung „Bild am Sonntag“ im Vorfeld des Deutschen Bauerntags, der am Mittwoch in Wiesbaden beginnt.

In Ostdeutschland bis hin nach Nordbayern und in Norddeutschland habe es im Mai bei hohen Temperaturen zu wenig Regen gegeben. Daher habe die Ernte schon begonnen. „Mindestens zwei Wochen früher als in normalen Jahren“, sagte Rukwied. Getreide sei vielfach notreif, also reif, ohne dass sich die Körner voll ausgebildet haben. „Wir gehen deshalb in einigen Regionen von Ernteausfällen von 50 bis 60 Prozent bis hin zum Totalverlust aus. Das bedroht Existenzen.“

Im Westen, Südwesten und nahe der Alpen habe es dagegen bis in den Juni hinein das andere Extrembild gegeben – zum Teil zu viel Regen, heftige Gewitter, Sturm, Hagel und Überschwemmungen, sagte der Bauernpräsident. Um die Pro­bleme zu bewältigen, sind nach Worten Rukwieds Instrumente zur Liquiditätssicherung nötig. „Zusätzlich brauchen wir die Möglichkeit für Landwirte, steuerfreie Rücklagen zum Risikoausgleich zu bilden.“ Diese könnten nachträglich besteuert werden, wenn sie nicht für einen Ernteausfall eingesetzt werden.

Insgesamt war die Branche mit vorsichtiger Hoffnung ins Jahr gestartet. Im Wirtschaftsjahr 2016/17 stieg das Unternehmensergebnis im Schnitt um gut ein Drittel auf 56.800 Euro. Zuvor waren die Einkommen der Landwirte angesichts niedriger Weltmarktpreise für mehrere wichtige Produkte zwei Jahre lang in Folge gesunken.