Plastikmüll

McDonald’s schafft Plastik-Trinkhalme ab

Skandale und Tricks: Diese vier Dinge muss man über McDonald's wissen

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McDonald’s nimmt in ganz Großbritannien Plastiktrinkhalme aus dem Sortiment. Ersetzt werden sollen sie durch Papieralternativen.

Berlin.  Ab September will McDonald’s in ganz Großbritannien Trinkhalme aus Plastik durch solche aus Papier ersetzen. Bis 2019 soll es laut Unternehmen keinerlei Plastikstrohhalme mehr in den Fastfood-Restaurants geben.

Damit reagiert das Unternehmen einerseits auf ein Verbot der britischen Regierung, die im April entschied, Plastikhalme und Wattestäbchen zu verbieten. Außerdem forderten knapp eine halbe Million Menschen McDonald’s in einer Petition dazu auf, die Plastikhalme durch eine recycelte und umweltfreundlichere Alternative zu ersetzen.

Plastik landet oft im Meer

Auch andere Firmen folgen dem Trend zu weniger Plastik, in Großbritannien etwa Costa Coffee, Waitrose, Pizza Express und Wagamama, die zum Teil in direkter Konkurrenz zu McDonald’s stehen. Große Musikfestivals auf der Insel händigen in dieser Saison zum ersten Mal keine Plastikhalme mehr aus.

Kritiker der Plastikhalme argumentieren etwa mit den desaströsen Folgen des Abfalls für viele Meeresbewohner. Mülltüten und andere Dinge aus Plastik landen oftmals in den Mägen von Schildkröten, Vögeln, Fischen oder Walen und lassen die Tiere qualvoll verenden. Die EU reagierte bereits mit einem Verbot von Einweg-Plastiktüten, das seit 2018 gilt.

Trinkhalm nach dem Prinzip Eiswaffel

Bei McDonald’s in England, Schottland, Irland und Wales werden pro Tag 1.8 Millionen Trinkhalme ausgehändigt. Das Unternehmen hatte bereits einen Wechsel zu Plastikalternativen angekündigt und erfolgreich getestet.

Papier ist dabei nur eines der möglichen Materialien. In Sachsen experimentiert ein Unternehmen etwa mit Halmen aus gehärteten Apfelresten, die man nach erfolgreicher Nutzung dann essen kann.

Ob die Änderung bei McDonald’s UK bald auch in anderen Ländern gilt, ist offen. In den USA, Norwegen und Frankreich laufen jedoch Versuche mit Alternativen. Die Fastfoodkette betreibt weltweit 37.000 Filialen und bedient jeden Tag 68 Millionen Kunden. (aba)