Hamburg

Signal Iduna bietet Haftpflicht speziell für Fußballfans

Gutschriften für BVB-Anhänger. Kein Angebot für HSV-Freunde

Hamburg. Gerade erst vor wenigen Monaten hat der Versicherungskonzern Signal Iduna ein Sparprogramm abgeschlossen, mit dem 1400 Stellen über drei Jahre abgebaut wurden. „Aber jetzt schalten wir wieder in den Vorwärtsgang“, sagte der Vorstandschef Ulrich Leitermann auf der Bilanzpressekonferenz in Hamburg. Vor allem IT-Spezialisten würden gesucht.

Den Hintergrund liefert das neue „Transformationsprogramm“ mit dem Titel „Vision2023“, das im Januar startete. „Das ist kein Effizienz- oder Sparprogramm, sondern ein Wachstumsprogramm“, so Leitermann. Es gehe dem Unternehmen mit Doppelsitz in Dortmund und Hamburg nicht darum, weitere Arbeitsplätze zu streichen.

Bis zum Jahr 2023 will Signal Iduna die Beitragseinnahmen um ein Viertel auf sieben Milliarden Euro erhöhen, der Ertrag soll dabei um 30 Prozent klettern. Nach Angaben von Leitermann will man die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um den Kunden mehr Lebensqualität durch einen „besseren und intuitiveren Service“ zu bieten.

Dazu will der Konzern für die Entwicklung von neuen Diensten und Produkten auch mit spezialisierten FinTech-Firmen kooperieren. Bereits im März kam in Zusammenarbeit mit dem Berliner Start-up Perseus Technologies ein „digitaler Schutzschild“ für Gewerbetreibende auf den Markt. Es handelt sich dabei um eine Kombination aus Vorkehrungen zur IT-Sicherheit, einen Versicherungsschutz im Fall von Datendiebstahl sowie eine 24-Stunden-Hotline für Erste Hilfe bei Cyber-Schäden.

In Kooperation mit dem erst 2017 gegründeten Versicherer Element entstand das im Mai gestartete Produkt „Versicherung09“, das einen kombinierten Hausrat- und Haftpflichtschutz mit speziellen Zusatzleistungen für Fußballfans bietet – die „09“ verweist auf den Bundesligisten Borussia Dortmund, der im Jahr 1909 gegründet wurde und dessen Sponsor Signal Iduna ist. So erhalten die Versicherten bis zu 50 Euro vom Ticketpreis zurück, wenn sie ohne eigenes Verschulden ein Spiel verpassen. Für HSV-Anhänger gibt es nichts Vergleichbares von der Signal Iduna.

Im ersten Quartal 2018 konnte der Konzern die Beitragseinnahmen um 2,4 Prozent steigern. Im Jahr 2017 erreichte das Beitragsplus zwar lediglich 1,9 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Mit diesem Wachstum rangiere man aber oberhalb des Branchendurchschnitts, sagte Leitermann, außerdem habe das Unternehmen im vergangenen Jahr „viel Kraft in die Vereinfachung und Verschlankung unserer Prozesse gesteckt“. Das Gesamtergebnis erhöhte sich um 3,3 Prozent auf 728 Millionen Euro, der Jahresüberschuss zog sogar um 66 Prozent auf 161 Millionen Euro an.

Im Hauptgeschäft, der Krankenversicherung, gewann die Signal Iduna entgegen dem Markttrend 4222 Vollversicherte hinzu. Im ersten Quartal setzte sich dies mit einem Netto-Plus von 1712 Kunden fort. In der Lebensversicherung hingegen verminderten sich die Beitragseinnahmen um 2,5 Prozent. Dies führte Leitermann auch auf den „medialen Gegenwind“ zurück, der die gesamte Branche treffe.

Zum Ende des ersten Quartals hatte der Versicherer in Hamburg 2200 Beschäftigte, in Dortmund waren es den Angaben zufolge 1900.