Mülheim an der Ruhr

Ehemaliger Tengelmann-Chef Erivan Haub gestorben

Mülheim an der Ruhr. Der langjährige Chef der Unternehmensgruppe Tengelmann, Erivan Haub, ist tot. Er starb am Dienstag vergangener Woche auf seiner Ranch in Pinedale im US-Bundesstaat Wyoming, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Haub wurde 85 Jahre alt.

In der breiten Öffentlichkeit war sein Name bis zuletzt fast unbekannt. Dabei schrieb der Unternehmer in den 1970er-, 80er- und 90er-Jahren Einzelhandelsgeschichte. Zu dem von ihm unter dem Dach der Unternehmensgruppe Tengelmann errichteten Familienimperium gehören Deutschlands größter Textildiscounter Kik und die Baumarktkette Obi – und lange Zeit war das Unternehmen auch im Lebensmittelhandel ein ernst zu nehmender Wettbewerber. Das „Manager-Magazin“ schätzte das Vermögen der Unternehmerfamilie 2017 auf rund 4,2 Milliarden Euro. Der Kauf des Erzrivalen Kaiser’s im Jahr 1971 war der Startschuss zu einer ganz großen Einkaufstour. Haub erwarb Unternehmen und Beteiligungen in den USA, den Niederlanden sowie Italien und expandierte nach Osteuropa.

Als sich der Firmenpatriarch zur Jahrtausendwende vom Chefposten zurückzog und das operative Geschäft seinen drei Söhnen übergab, war das Unternehmen unübersehbar sanierungsbedürftig. Der älteste Sohn Karl-Erivan Haub musste harte Einschnitte vornehmen. Schritt für Schritt zog er sich aus dem Lebensmittelhandel zurück. Den Abschluss bildete Ende 2016 der Verkauf der Supermarktkette Kaiser’s-Tengelmann. Stattdessen investierte er in den boomenden Online-Handel.

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.