Wirtschaft

Angst vor dem Handelskrieg

Eine gute Woche für das Portemonnaie von Börsianern sieht anders aus: Wer am Montag DAX-Papiere für 10.000 Euro im Depot hatte, der konnte am Freitag nur noch auf einen Gegenwert von 9450 Euro schauen. Mehr als fünf Prozent Verlust in fünf Tagen sollten zum Nachdenken anregen. Und erinnert man sich daran, dass der DAX vor wenigen Wochen noch bei 13.500 Punkten stand, so ist der Rückfall auf weniger als 12.000 Zähler schon alarmierend.

Die schlechten Nachrichten für Anleger in Deutschland kamen in den vergangenen Tagen aus den USA. Da ist zum einen die Furcht, dass die Zinsen in Amerika wegen der guten Konjunktur weiter steigen könnten. Die mögliche Konsequenz: Kapital wird aus den börsennotierten Aktiengesellschaften in Europa abgezogen und landet in den höher verzinsten US-Anleihen. Diese Zinsangst an den europäischen Börsen kommt nicht wenigen Experten ein wenig irreal vor. Leider sehr real war dagegen die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Schutzzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte zu erheben. Das böse Wort vom „Handelskrieg“ macht seitdem die Runde. Denn Europäer und Asiaten reagierten nicht nur erbost auf Trumps Äußerungen, sondern drohten umgehend mit Gegenmaßnahmen. Es wird unruhig in der globalisierten Wirtschaftswelt, deren Grundpfeiler ein möglichst freier Warenverkehr ist.

Dem Sog schlechter Nachrichten aus den USA konnten sich auch Hamburger Aktien nicht entziehen. Besonders stark kam Beiersdorf als einziger Hamburger DAX-Wert unter die Räder. In Kombination mit einer enttäuschende Bilanzvorlage standen am Ende der Woche: minus acht Prozent.