Börse

Kylie Jenner: Der B-Promi und der abgestürzte Snapchat-Kurs

Tweet von Kylie Jenner läßt Snap-Aktie abstürzen

Nach einem Tweet von Kylie Jenner, dass sie Snapchat nicht mehr nutzt, hat die Firma des Messaging-Dienstes einen Börseneinbruch erlitten. Die Aktie von Snap Inc. verlor am Donnerstag mehr als sec...

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Kylie Jenner twitterte in die Runde, ob auch andere Snapchat kaum noch nutzen. Ließ dieser Tweet der 20-Jährigen die Aktie abstürzen?

Berlin.  Die Geschichte klingt ein wenig seltsam. Da fragt ein 20-jähriger weiblicher B-Promi auf Twitter in die Runde, ob denn auch andere den Mes­saging-Dienst Snapchat kaum noch nutzen. Und prompt geht der Aktienkurs von Snap, dem Unternehmen hinter Snapchat, um bis zu acht Prozent in die Knie. Der B-Promi heißt Kylie Jenner und ist vor allem dafür bekannt, die Halbschwester von Kim Kardashian zu sein. Zugetragen hat sich der angeblich von ihr verursachte Kursrutsch der Snap-Aktie am Donnerstag.

Die These, ein 20-jähriges Mädchen könne mal so eben einen Aktienkurs zum Absturz bringen, macht sich vor allem daran fest, dass Jenner zur Kernzielgruppe von Snapchat gehört und dort sehr viele Follower hat. Ihre Nachricht wurde so interpretiert, dass auch sie das umstrittene Update des Dienstes ablehnt, das Snapchat eigentlich nutzerfreundlicher machen sollte.

Nun ist es allerdings so, dass der Kurs von Snap Inc. sich schon seit Dienstag vor allem in eine Richtung bewegte: abwärts. Am Donnerstag hat sich diese Abwärtsbewegung lediglich etwas beschleunigt. Bei Redaktionsschluss verzeichnete der Kurs der Snap-Aktie wieder eine leichte Aufwärtsbewegung.

Experten erkennen eine überfällige Kurskorrektur

Finanzmarktkenner sehen in der jüngsten Entwicklung des Wertpapiers eine technische Kurskorrektur. Die Aktie war zuletzt sehr hoch bewertet worden: Am 7. Februar sprang sie um bis zu 30 Prozent nach oben. An diesem Tag präsentierte Snap die Bilanz für das zweite Quartal 2017. Die Zahlen fielen erstaunlich gut aus. So gewann Snapchat neun Millionen neue Nutzer hinzu. Der Umsatz schnellte im Vergleich zum Vorjahr um 72 Prozent auf 285,7 Millionen Dollar (rund 232 Millionen Euro) nach oben. Zwar verdoppelten sich die Verluste auf 350 Millionen Euro, aber Analysten hatten Schlimmeres erwartet.

Und dennoch: Snapchat hat seit Bestehen noch keinen Cent verdient. Bei einem Umsatz von 825 Millionen Dollar häufte Snap 2017 Verluste von 3,4 Milliarden Dollar an. Das hinderte den Gründer und Vorstandsvorsitzenden der Firma aber nicht daran, sich im vergangenen Jahr eine Vergütung von 637,8 Millionen Euro zu gönnen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters ist dies die dritthöchste Summe, die jemals einem Firmenchef gezahlt wurde.

Kylie Jenner hin oder her: Eine Kurskorrektur war wohl überfällig.