Importzoll

Bericht: EU droht Trump mit Zöllen auf Harleys und Whiskey

Beliebtes Exportgut aus den USA: Motorräder der Marke Harley Davidson auf einer Ausstellung in Deutschland.

Beliebtes Exportgut aus den USA: Motorräder der Marke Harley Davidson auf einer Ausstellung in Deutschland.

Foto: Mohssen Assanimoghaddam / dpa

Die EU droht mit Vergeltung bei möglichen Importbeschränkungen in die USA. Betroffen könnten Whiskey und Motorräder aus Amerika sein.

Berlin.  Die EU ist nach Darstellung der Bundesregierung auf mögliche neue Handelshürden von US-Präsident Donald Trump vorbereitet. „Wenn es tatsächlich zu US-Beschränkungen für unsere europäische Stahlunternehmen kommen wird, wird die EU hierauf angemessen reagieren“, sagte eine Sprecherin der Wirtschaftsministeriums am Dienstag. Die deutsche Regierung stehe dazu in engem Austausch mit der EU-Kommission. Details nannte sie nicht.

Damit reagierte die Sprecherin auf einen Zeitungsbericht, wonach sich die EU auf einen möglichen Handelskrieg mit den USA wappnet. Sollten die dort geplanten Importbeschränkungen auf Stahl und Aluminium auch europäische Unternehmen treffen, könnte die EU binnen Tagen mit Gegenzöllen auf wichtige amerikanische Produkte reagieren, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Im Fokus stünden demnach insbesondere landwirtschaftliche Exportprodukte aus Kalifornien, darunter Kartoffeln, Tomaten oder Orangensaft. Darüber hinaus wollten die Europäer die Regierung von Donald Trump durch Gegenzölle auf Produkte treffen, die für die Wahlkreise von Unterstützern des Präsidenten wirtschaftlich interessant seien.

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Dazu gehören den Angaben zufolge Motorräder, weil der Hersteller Harley-Davidson seinen Sitz in Wisconsin hat, aus dem der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, stammt. Genannt werde auch Bourbon-Whiskey aus Tennessee sowie Kentucky, der Heimat des Mehrheitsführers im Senat, Mitch McConnell. Die Liste stamme schon aus der Zeit des letzten großen Handelsstreits unter Präsident George W. Bush, sei aber seither angepasst worden.

Handelsstreit zwischen USA, der EU und China schwelt seit Jahren

Das deutsche Wirtschaftsministerium unterstrich, es habe keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass europäische oder deutsche Stahlimporte die nationale Sicherheit der USA bedrohen oder beeinträchtigen könnten. Insofern teile man ausdrücklich nicht entsprechende Einschätzungen aus dem Stahlbericht von US-Handelsminister Wilbur Ross, der US-Präsident Donald Trump eine Reihe von Handlungsalternativen vorgeschlagen hatte, darunter Importzölle für alle Stahl-Handelspartner.

Das deutsche Wirtschaftsministerium warnte aber vor übereiltem Handeln. Es gebe momentan nur einen Vorschlag der US-Administration an den Präsidenten, aber noch keine finale Entscheidung.

Dass die EU auf Strafzölle mit eigenen Vergeltungszöllen in anderen Bereichen reagiert, ist mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) vereinbar. (rtr)