Hamburg

"Das Geschäft brummt": Hamburger Firmen in Hochstimmung

Umfrage der Commerzbank. Das Kreditinstitut will fast alle der 49 Filialen in der Stadt modernisieren – und bis zu zwei neue eröffnen

Hamburg.  Unternehmer in Hamburg sind zuletzt noch deutlich optimistischer geworden – und sie blicken ­zuversichtlicher in die Zukunft als Firmeninhaber in anderen Teilen Deutschlands. Das ergibt sich aus einer Umfrage der Commerzbank unter bundesweit 3200 Freiberuflern, Handwerkern und Gewerbetreibenden mit Umsätzen von bis zu 15 Millionen Euro.

Demnach erwarten nur noch sechs Prozent der Hamburger Unternehmer eine Verschlechterung des Wirtschaftsumfelds in diesem Jahr, 48 Prozent gehen von einer positiven Entwicklung aus. Im Bundesschnitt sind es 42 Prozent. Bei der vorangegangenen Umfrage vor zwölf Monaten hatten sich erst 35 Prozent der Firmeninhaber in der Hansestadt zuversichtlich gezeigt.

Tatsächlich sei die Stimmung seit der ersten Studie dieser Art vor vier Jahren nie so gut gewesen wie zuletzt, sagte Christian Möckelmann, bei der Commerzbank Leiter der Geschäftskundenbank Hamburg Nord-West. Dass sich die Hansestadt deutlich positiv vom Bundesdurchschnitt abhebt, erklärt sein Kollege Frank Haberzettel, Bereichsvorstand für das Privatkundengeschäft in der Region Nord, mit den hohen Einkommenszuwächsen hier.

Untermauert wird das Stimmungsbild durch harte Fakten: "Bei knapp der Hälfte der Hamburger Unternehmer ist die Auftragslage besser als vor sechs Monaten", so Möckelmann. "Das Geschäft brummt."

Das mit Abstand größte Risiko aus Sicht der Firmeninhaber in der Stadt bleibe der Fachkräftemangel. 37 Prozent der Befragten klagten darüber, vor einem Jahr waren es allerdings noch 48 Prozent. In diesem Zusammenhang ist eine Verbesserung der Bildungspolitik die wichtigste Erwartung der Hamburger Unternehmer an die neue Bundesregierung. Mit 87 Prozent wurde dieses Ziel sogar noch häufiger genannt als eine steuerliche Entlastung kleiner und mittelgroßer Betriebe.

Der Standort Hamburg wird von 44 Prozent der hier ansässigen Firmeninhaber als innovationsfreundlich angesehen. Auch damit hebt sich die Stadt vom Bundesschnitt deutlich ab: Deutschlandweit sagten das lediglich 35 Prozent der Unternehmer von ihrem jeweiligen Standort. "Insbesondere rangiert Hamburg deutlich vor Berlin mit 28 Prozent", so Haberzettel.

Er präsentierte am Beispiel der umgebauten Filiale Langenhorn ein neues Erscheinungsbild, das in den nächsten fünf Jahren auf fast alle der 49 Zweigstellen in der Stadt übertragen werden soll: Es gibt keinen Kassentresen mehr, dafür stehen im Vorraum mehr Automaten. Auffällig ist die Mischung aus gemauerten Ziegelwänden und solchen aus Sichtbeton. Der neue Zweigstellentyp kann laut Haberzettel mit etwas weniger Personal betrieben werden. Dafür sollen bis Jahresende in Hamburg bis zu zwei Filialen hinzukommen.

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