Hamburg

Amerikaner kaufen Shell-Tanklager in Harburg

Hamburg.  Der Ölkonzern Shell trennt sich von einer weiteren Anlage in Hamburg. Nach dem Verkauf der Raffinerie vor drei Jahren soll jetzt das Tanklager in Harburg an das US-amerikanischen Unternehmen Zenith Energy veräußert werden. Eine entsprechende Vereinbarung, bestätigte Shell am Mittwoch, sei getroffen worden. Die Transaktion soll 2018 abgeschlossen werden.

Betroffen sind 46 Mitarbeiter. „Deren Verträge bleiben inklusive Sozialleistungen für weitere zwei Jahre und damit über das gesetzliche Maß hinaus bestehen“, sagte ein Sprecher von Shell Deutschland. Betriebsrat und Gewerkschaft sind dennoch in Sorge: „Kurz vor Weihnachten vom Verkauf zu erfahren bedeutet für die Arbeitnehmer des Tanklagers eine fast unerträgliche Unsicherheit“, sagte Lina Ohltmann, Gewerkschaftssekretärin der IG BCE. Der Betriebsratschef des Tanklagers, Taner Topcu, will an „der Ausgestaltung der Zukunft beteiligt“ werden. So sei der Verkauf der Raffinerie vor wenigen Jahren nicht zuletzt wegen des Engagements der Kollegen erfolgreich verlaufen. „Wir fordern den Erhalt aller Arbeitsplätze, Standortsicherheit und den Erhalt der Inhalte geltender Tarifverträge und bestehender Betriebsvereinbarungen“, sagte der Betriebsrat. Ohltmann fügte hinzu: „Wir werden uns in diesen Prozess im Interesse der Belegschaft gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung einbringen.“

Zumindest die Standortsicherheit ist weiter gegeben. Wie der Unternehmenssprecher sagte, hat Shell auch nach dem Verkauf Interesse am Zugang zum Terminal Harburg und hat deshalb mit Zenith Umschlags- beziehungsweise Lagervereinbarungen zur Versorgung von Shell-Kunden im regionalen Markt abgeschlossen. „Deutschland bleibt für Shell ein wichtiger Markt“, heißt es.