Kriminalität

Handelsverband fordert härtere Strafen für Ladendiebe

Ladendiebstahl wird zu selten geahndet, klagt der Handelsverband Deutschland (HDE).

Ladendiebstahl wird zu selten geahndet, klagt der Handelsverband Deutschland (HDE).

Foto: imago/Newscast / ZRB

Kaum Anzeigen, häufige Verfahrenseinstellungen: Der Handel beschwert sich laut einem Bericht über zu lasches Vorgehen gegen Ladendiebe.

Berlin.  In deutschen Geschäften wird offenbar immer mehr geklaut. Das teilte der Handelsverband Deutschland (HDE) laut „Spiegel“ mit. Mitverantwortlich für diese Diebstahlwelle seien Polizei und Justiz, heißt es demnach in dem Papier. Die Polizei erscheine mitunter gar nicht erst am Tatort, um die Delikte zu protokollieren. Frustrierte Händler verzichteten immer häufiger auf Strafanzeigen.

Laut Handelsverband sei der Eindruck entstanden, „dass dem Staat Wille und Möglichkeiten zur Rechtsdurchsetzung“ fehlten. So würden etwa Wiederholungstäter trotz Anzeigen auf freiem Fuß bleiben. Die Polizei stelle teilweise nur die Personalien fest und ließe die Verdächtigen wieder gehen, berichtet das Nachrichtenmagazin.

Verband beklagt viele Verfahrenseinstellungen

Als Reaktion auf diesen Missstand forderte der Handelsverband, die Mindeststrafe für schwere Delikte auf ein Jahr Haft anzuheben. Auch sollten die Möglichkeiten der Verfahrenseinstellung minimiert werden, denn davon werde in „völlig unverhältnismäßiger Weise Gebrauch“ gemacht. Des weiteren solle die Videoüberwachung intensiviert werden.

Für Täter nicht deutscher Herkunft fordert der Verband Präventionsprogramme, diese Gruppe sei in der Diebstahlstatistik überrepräsentiert. Dabei übersteige die tatsächliche Anzahl der Ladendiebstähle die offiziell gemeldeten 400.000 Delikte pro Jahr, bei denen die Täter keinen deutschen Pass besaßen, um ein Weites. Laut HDE liegt die Dunkelziffer bei mindestens 98 Prozent. Wie der Verband auf diese Zahl kommt, teilte er nicht mit. (aba)