Stockholm/Hamburg

Vattenfall steigert Gewinn und will Personal abbauen

Stockholm/Hamburg.  Der schwedische Energiekonzern Vattenfall bleibt auf Sparkurs. Bis 2020 sollen die Kosten im Personalbereich um zwei Milliarden Schwedische Kronen (rund 210 Millionen Euro) gesenkt werden. Das bekräftigte das Unternehmen bei der Vorstellung der jüngsten Geschäftszahlen am Freitag. Diese fielen gemischt aus: Das Betriebsergebnis stagnierte im dritten Quartal bei rund 2,2 Milliarden Kronen (rund 230 Millionen Euro). Der Umsatz ging sogar um acht Prozent auf 27,4 Milliarden Kronen (2,8 Milliarden Euro) zurück. Unterm Strich wurde der Gewinn um zwei auf 789 Millionen Kronen (81 Millionen Euro) gesteigert.

Unklar bleibt, wie viele der rund 7000 Stellen bei Vattenfall in Deutschland, davon rund 2500 in Hamburg, dem Sparprogramm zum Opfer fallen sollen. "Das steht noch nicht fest", sagte ein Sprecher von Vattenfall-Deutschland. Ergebnisse seien erst im Dezember zu erwarten. "Dann können wir mehr zu einzelnen Standorten wie Hamburg sagen." Klar ist aber, dass der Standort vor einem größeren Umbruch steht – spätestens wenn Vattenfall als bisheriger Netzbetreiber nach dem Stromnetz nun auch noch die Konzession für die Fernwärmeleitungen verliert. Die Stadt Hamburg hat in dieser Woche deren Rückkauf angezeigt.

Unterdessen rechnet Vattenfall erst im kommenden Jahr mit einem Urteil in seiner 4,7 Milliarden Euro umfassenden Schadenersatzklage wegen des Atomausstiegs in Deutschland. Eine Entscheidung des internationalen Schiedsgerichts in den USA werde sich wohl bis 2018 verzögern, sagte Vattenfall-Chef Magnus Hall bei der Vorstellung der Quartalszahlen am Freitag. Zuletzt hatte der Energiekonzern mit einem Urteil noch im laufenden Jahr gerechnet. Die Schweden sind in Deutschland unter anderem an den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel beteiligt.

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