Berlin

Heute Entscheidung über Air Berlin erwartet

Berlin. Für den Verkauf der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin wird heute eine Entscheidung erwartet. Als mögliche Käufer von Unternehmens­teilen gelten die Lufthansa und Easyjet. Mit beiden Interessenten hat Air Berlin bislang exklusiv verhandelt – das könnte sich aber vereinbarungsgemäß vom 12. Oktober an ändern, sollte dann doch noch keine Einigung erzielt worden sein. Mehr als 200.000 Air-Berlin-Kunden sind von gestrichenen Flügen des Unternehmens betroffen, wie am Mittwoch bekannt wurde.

Wegen der Stornierung aller Air-Berlin-Kurzstreckenflüge in Europa ab dem 28. Oktober verfallen die Tickets von rund 100.000 Kunden, sagte ein Konzernsprecher. Seit Ende September ist bekannt, dass außerdem mehr als 100.000 Langstrecken-Tickets für nach dem 15. Oktober geplante Flüge ungültig geworden sind. Für etwa 90.000 der 100.000 Kurzstreckenflüge werde es praktisch keine Erstattung geben, weil sie schon vor dem 15. August gebucht worden seien, hieß es bei Air Berlin. An diesem Tag hatte die Gesellschaft Insolvenz angemeldet. Ihre Ansprüche müssen Kunden nun beim Insolvenzverwalter anmelden. Die Preise der anderen 10.000 Kurzstrecken-Tickets, gekauft nach dem 15. August, würden erstattet.

Vor dem Ende der Verhandlungsfrist nahm die Gewerkschaft Ver.di die beiden möglichen Käufer Lufthansa und Easyjet in die Pflicht. Die Air-Berlin-Beschäftigten werden von ihnen nach Unternehmensangaben nicht direkt übernommen. Die Erwerber dürften sich nicht vor ihrer sozialen Verantwortung drücken, forderte Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle.

Während sich Käufer an Maschinen sowie Start- und Landerechten bereicherten, müssten sich die vielen Mitarbeiter auf ihre eigenen Stellen neu bewerben oder würden sogar arbeitslos. „Die Unternehmen kaufen lukrative Anteile zum Schnäppchenpreis und kümmern sich nicht um die Menschen“, kritisierte Behle.